Zweierlei Maß?

Die Bundeswehr vs. andere Arbeitgeber

13.01.2014

Eine familienfreundliche Bundeswehr ist gut - ein familienfreundlicher Arbeitsmarkt außerhalb der Armee aber gilt häufig als realitätsfremd. Dies zeigen die neuen Vorschläge von Verteidigungsministerin von der Leyen und Familienministerin Schwesig. Warum eigentlich?

Die Bundeswehr soll der attraktivste Arbeitgeber in Deutschland werden. Foto: Last Hero/ flickr.com

Nur selten wird ein politischer Vorschlag so schnell vom Tisch gefegt, wie die 32-Stunden-Woche für Eltern junger Kinder. Vorgeschlagen wurde das Modell von Familienministerin Manuela Schwesigabgeschmettert von der Bundeskanzlerin persönlich.

Professor für Volkswirtschaftslehre, Sozialpolitik und Sozialwissenschaften in Koblenz und Arbeitsmarkt-Experte."Das ist schon ein ganz eigener Arbeitsmarkt und eine ganz eigene Arbeitswelt bei der Bundeswehr."Stefan SellProfessor für Volkswirtschaftslehre, Sozialpolitik und Sozialwissenschaften in Koblenz und Arbeitsmarkt-Experte. 

Anders sieht es beim Vorschlag der Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen aus. Sie wünscht sich eine familienfreundlichere Bundeswehr: Teilzeitarbeit, weniger Versetzungen und organisierte Kinderbetreuung.

Dies gilt jedoch nur für die Bundeswehr. Bei den meisten kommen diese Vorschläge gut an – zumindest, wenn die teure Finanzierung geklärt wird.

Doch was macht den Vorschlag einer familienfreundlichen Bundeswehr so viel besser als den Vorschlag für ein familienfreundliches Bäckereigewerbe oder Industriewesen? Darüber haben wir mit dem Sozialforscher Stefan Sell gesprochen.