Die Elite bleibt unter sich

01.03.2013

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg und wer hart arbeitet, kann alles schaffen. Das ist eher eine Binsenweisheit, belegen Studien. Wie stark eine erfolgreiche Karriere zum Beispiel mit dem Bildungsweg der Eltern zusammenhängt, haben wir bei einem Eliteforscher nachgefragt.

Bei gleicher schulischer Leistung hat das Kind von Akademiker-Eltern immer bessere Chancen als das aus einer Arbeiterfamilie. Foto: Steffi Loos/dapd.

Nicht die Leistung sei entscheidend für eine erfolgreiche Karriere, sondern der Bildungsweg der Eltern. Das sagt zumindest der Soziologe und Elitenforscher Michael Hartmann von der Universität Dortmund. Er untersucht seit über zwanzig Jahren Eliten in Deutschland und Europa. Kinder aus Arbeiterfamilien hätten nahezu keine Chance, im beruflichen Leben aufzusteigen. Und auch Stipendienprogramme förderten das Elitentum mehr, als es zu beseitigen.

untersucht seit 20 Jahren Eliten.Michaeel Hartmannuntersucht seit 20 Jahren Eliten. 

Die große Mehrzahl der Förderwerke, vor allem die Studienstiftung des deutschen Volkes, fördern zu 60 bis 70 Prozent Kinder aus Akademikerfamilien.

Die Zukunft für Kinder, deren Familien nicht zum Bildungsbürgertum zählen, ist ernüchternd. Welchen Einfluss Eliten auf die politischen und wirtschaftlichen Strukturen haben, hat Michael Hartmann in seinem Buch „Eliten und Macht in Europa“ niedergeschrieben. Im Interview erklärt er, wie sich die Elite in Deutschland zusammensetzt.