Die Jagd auf den Nordpol – Scheinkampf oder ernster Konflikt?

19.05.2011

Mit Dänemark meldet nun der fünfte Staat Besitzansprüche um den Nordpol an: Es geht vor allem um Rohstoffe und Seewege.

Karte des Nordatlantiks von Skandinavien bis Grönland mit einigen Phantasieinseln (u.a. Frisland) von Abraham Ortelius 1573.

Oh, so wohltuend und still! Welche Erholung für die Gedanken! Frei von dem betäubenden Lärm der Menschen.

Diese Worte stammen vom norwegischen Polarforscher Fridtjof Nansen. Er hat sie 1898 aufgeschrieben und dabei die Arktis im Sinn gehabt.

Autor des Buches «Der Neue Norden. Die Arktis und der Traum vom Aufbruch»Matthias HannemannAutor des Buches «Der Neue Norden. Die Arktis und der Traum vom Aufbruch» 

Von dieser Ruhe ist dort heute wohl nicht mehr so viel übrig geblieben: Gleich fünf Staaten melden Ansprüche auf den Besitz des Nordpols an. In der Arktis tummeln sich Flugzeuge, Schiffe und U-Boote – um einen wissenschaftlichen Nachweis zu erbringen, auf wessen Festlandsockel der Nordpol liegt, um militärisch die Muskeln spielen zu lassen, oder um gleich die eigene Flagge in den Meeresboden zu rammen. So haben es nämlich russische Tauchboote in über 4.000 Metern Tiefe vor vier Jahren gemacht.

Makaber ist, dass die Region umso interessanter ist, je mehr sie durch den Klimawandel verändert wird: Wenn das Eis erstmal weniger geworden ist, können unterirdische Rohstoffvorkommen leichter gefördert und neue Seerouten günstiger befahren werden. Aus dem „Mythos Nordpol“ ist ein reines Objekt der Begierde geworden.

Matthias Hannemann, Autor des Buches «Der Neue Norden. Die Arktis und der Traum vom Aufbruch», bringt Klarheit in die Causa Nordpol.