Digitale Bildung

Aufbruchstimmung im Klassenzimmer

16.11.2016

Digitale Technologie ist Bestandteil unserer Lebenswelt. Doch den Umgang mit der digitalen Welt muss man erlernen. Für digitale Bildung ist an deutschen Schulen bisher meist zu wenig Platz. Brauchen deutsche Schulen also digitale Nachhilfe?

Digitale Bildung ist momentan in der Bildungspolitik ein Schlüsselwort. In Saarbrücken treffen sich auf Initiative der Bundesregierung hin Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Bildung zum IT-Gipfel 2016.  Eines der Themen ist die Entwicklung und Implementierung digitaler Bildung ins Bildungssystem.

Der International Computer And Information Literacy Study (ICILS) zufolge hat das deutsche Bildungssystem hierbei großen Nachholfbedarf. Deutsche Schüler schneiden im internationalen Vergleich bei computer- und informationsbezogenen Kompetenzen schlecht ab.

Digitale Bildung: Was ist das?

Dabei geht es um die Frage, inwieweit technische und digitale Hilfsmittel als Lernmittel und -gegenstand in den Unterricht eingebaut werden. Das bezieht sich sowohl auf die Kompetenz, digitale Technologie nutzen zu können, als auch darauf, adäquat damit zu arbeiten. Für junge Menschen sind digitale Medien und Geräte längst zentraler Bestandteil des Lebens.

Kaum jemand bringt ihnen jedoch bei, wie sie funktionieren oder was beim Konsum zu berücksichtigen ist. Da das deutsche Bildungsystem föderal strukturiert ist, fehlt ein einheitliches bundesweites Konzept zur Integration digitaler Technologie.

Tafel und Kreide vs. Tablet

In den letzten Jahren ist ein regelrechter Streit darüber entbrannt, wie viel Raum die digitale Welt im Klassenzimmer und in den Köpfen der Schüler haben soll. Befürworter der Digitalisierung haben Initiativen und Netzwerke für digitale Bildung an Schulen gegründet. Ihre Argumentation ist, dass Jugendliche in einer digitalisierten Welt Technologien verstehen müssen und eigene Kompetenzen für die Kreation brauchen. Außerdem werden oft die Potenziale und Notwendigkeit digitaler Hilfsmittel beim Lernprozess betont.

Die Digitalisierung ist nicht mehr wegzudenken. Wir müssen nicht mehr fragen, ob wir Digitalisierung in die Schule bringen, sondern nur noch, wie. – Birgit Eickelmann

Prof. Dr. Birgit Eickelmann ist stellvertretende Leiterin des Instituts für Erziehungswissenschaften an der Universität Paderborn und überzeugt, „dass es eben um den angemessenen Umgang damit geht“. Sie erklärt im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Alexander Hertel, wie die digitale Lage in deutschen Klassenzimmern aussieht und wie man sie verbessern kann.

eickelmann_birgitCodieren und Programmieren werden immer wichtiger. Doch das Wichtigste ist Medienkompetenz.Prof. Dr. Birgit Eickelmannist stellvertretende Leiterin des Instituts für Erziehungswissenschaften der Universität Paderborn.