Digitales Bezahlen | The Coinspondent über grenzenloses Geld

Dein Geld ist in diesem Land leider nicht verfügbar

13.01.2015

Wer sich auf große Reise begibt und den Euro-Raum verlässt, wird früher oder später wieder an die Nachteile von staatlichem Geld erinnert. Nicht nur durch komplizierte Wechselkurse, sondern auch wenn der Ernstfall eintritt: Man wird beklaut. Dann lohnt es sich auf eine nicht-staatliche Geldalternative wie Bitcoin zurück greifen zu können.

Ohne Geld im Ausland

In welch komfortabler Situation wir uns mit dem Euro befinden, wird einem erst bewusst, wenn man einen Blick über den Euro-zentristischen Tellerrand wirft. Denn nicht jede Währung wird ohne weiteres in jedem Land akzeptiert. Diese Erfahrung musste auch der Brasilianer Marco Agner machen, als er sein Auslandjahr in Thailand beginnen wollte, die mitgebrachten 5000 brasilianischen Real (ca. 1500 Euro) aber nicht in thailändische Baht wechseln konnte. Nicht nur am Flughafen – im gesamten Land würden keine brasilianischen Real angenommen, teilte man ihm mit.

Letztlich rettete ihn eine Bitcoin-Transaktion von zu Hause aus der verzweifelten Situation am anderen Ende der Welt mit einem Haufen Papier gestrandet zu sein, das auf einmal nicht mehr wert sein sollte. Über das Netz fand er dann einen lokalen Bitcoin-User, der ihm schließlich dafür thailändische Baht verkaufte.

Ein Einzelfall? Mitnichten.

Auch der Berliner Robert Schuster hat erst durch den Ernstfall die Vorteile von nicht-staatlichem, grenzenlosen Geld kennen gelernt. Als er nach Monaten des Reisens durch Südamerika zum ersten Mal seine Reserve-Kreditkarte einsetzen musste, wusste er die Geheimnummer nicht mehr. Ab da entschied er sich Bitcoin vermehrt als Reisegeld einzusetzen. Die wiegen nichts, sind fälschungssicher, er kann sie in nahezu jedem Land einsetzen und sie haben einen großen Vorteil. Wenn ihm wie in Rio das Handy mit seiner Bitcoin-Wallet geklaut wird, ist das Geld nicht weg. Innerhalb einer halben Stunde kann er sich selbst die gestohlen Bitcoins über das Netz zurückholen. Auf eine neue Kreditkarte würde er zwei Wochen warten.

Robert SchusterRobert SchusterReist seit monaten durch Südamerika und wollte Bitcoin unterwegs eigentlich gar nicht einsetzen. Als ihm jedoch keine andere Wahl blieb, lernte er die Vorteile von grenzenlosem Geld kennen.  

Immer dienstags widmen wir uns dem digitalen Bezahlen und den Bitcoins. The Coinspondent Friedemann Brenneis, der den gleichnamigen Blog betreibt erklärt die Grundlagen: Was sind Bitcoins? Was kann man damit machen? Und werden sie wirklich die Welt verändern? Kritische, aktuelle und verständliche Informationen rund um digitale Währungen. Zu Hören jederzeit hier als Podcast und zum Lesen auf www.coinspondent.de.

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