Diplomatischer Super-GAU? Wikileaks-Veröffentlichungen bringen USA in Erklärungsnot

29.11.2010

Wie die USA beurteilen die Mächtigen der Welt beurteilen: jetzt kann es jeder nachlesen. Denn die Internetplattform Wikileaks hat tausende teils geheime Dokumente aus dem US-Außenministerium veröffentlicht.

Kommt in den Berichten gut weg: Verteidigungsminister zu Guttenberg, hier vor dem Weißen Haus in Washington. / © Michael Kappeler (ddp)

als Dozent und Journalist auf amerikanische Beziehungen spezialisiert.Friederich Mielkeals Dozent und Journalist auf amerikanische Beziehungen spezialisiert. 

Seit gestern diskutieren die westliche Welt und die Verbündeten der USA über die Dokumente des amerikanischen Geheimdienstes, die mittlerweile auf den Seiten der Plattform Wikileaks allen Internetnutzern zur Verfügung stehen. Doch wichtig ist ja nicht, wie die US-Diplomaten über die deutsche Bundesregierung denken, ob Angela Merkel nun als „Teflon-Kanzlerin“ bezeichnet, Außenminister Guido Westerwelle mit „he is no Genscher“ beschrieben oder dem bayerischen Ministerpräsidenten Seehofer ein begrenzter Horizont bescheinigt wird. Die Frage ist: welche Folgen hat das tatsächlich für die Diplomatie? Wird das die US-amerikanischen Diplomaten in ernsthaften Probleme bringen? Und erkennen wir an diesem Vorfall auch eine Verschiebung bisheriger diplomatischer Gepflogenheiten?

Darüber sprechen wir mit Friederich Mielke. Er hat die Akademie für Publizistik geleitet, war lange am Amerika Haus in Hamburg gearbeitet hat und sich intensiv mit den deutsch-amerikanischen Beziehungen beschäftigt.