Dopingstudie: Wie viel Einfluss darf Politik auf die Forschung haben?

06.11.2012

Heute ist in Berlin die Studie "Doping in Deutschland von 1950 bis heute" vorgestellt worden. Brisant: Ein Teil der Forschergruppe ist zur Abschlusspräsentation nicht eingeladen - sie beklagen nun die Einflussnahme aus Kreisen der Politik und von Sportfunktionären.

“Keine Macht dem Doping”, das darf doch wohl noch gesagt werden. Oder etwa nicht?  / Foto:  © Thomas Lohnes / dapd

Die Aufregung über dopende Spitzensportler hat mit der Verurteilung von Lance Armstrong einen neuen Höhepunkt erreicht. Doch die Einnahme von leistungssteigernden Mitteln ist nicht nur ein aktuelles Problem, auch in der Vergangenheit haben Sportler zu illegalen Substanzen gegriffen, um ihre Leistung zu verbessern. Natürlich auch in Deutschland.

ist Pharmakologe und Dopingexperte.Fritz Sörgelist Pharmakologe und Dopingexperte. 

Der Deutsche Olympische Sportbund und das Bundesinsitut für Sportwissenschaften haben deshalb vor drei Jahren die Studie „Doping in Deutschland von 1950 bis heute aus historisch-soziologischer Sicht im Kontext ethischer Legitimation“ in Auftrag gegeben, welche heute in Berlin vorgestellt worden ist. Doch bereits im Vorfeld der Veröffentlichung hat es Streit zwischen einigen Forschern und den Auftraggebern der Studie gegeben.

Das Problem des Dopings ist krebsgeschwürartig in den Sport eingegedrungen. – Fritz Sörgel

Neben einer Gruppe aus Münster sind auch Forscher aus Berlin an dem Projekt beteiligt gewesen, welche jedoch zur heutigen Präsentation der Ergebnisse nicht eingeladen wurden. Deshalb ist ein Streit über den Einfluss von Politik und Funktionären auf die Forschung entbrannt.

 

Welche Folgen eine Beeinflussung der wissenschaftlichen Arbeit hätte und ob tatsächlich einzelne Aspekte der Studie verschleiert werden sollten, darüber haben wir mit dem Pharmakologen und Dopingexperten Fritz Sörgel gesprochen.