Einweg statt Mehrweg: Der Verbraucher und die Flaschenfrage

28.06.2011

Einweg, Mehrweg, Glas oder Kunststoff - bei Getränkeflaschen blicken viele offenbar nicht mehr durch. Oder gibt es doch andere Gründe dafür, dass die Deutschen seit Jahren immer mehr Einwegflaschen kaufen?

“Das Verhalten der Verbraucher hat vor allem mit dem Trend zu tun, bei einem Einkauf alles zu kaufen”, sagt Verpackungsexperte Gerhrard Kotschik. / (Bild: ddp / pixelio)

Vor acht Jahren wurde das sogenannte „Dosenpfand“ eingeführt – ein Pfand auf alle Einweggetränkeverpackungen, also Glasflaschen, Dosen und PET. Ziel dieser Maßnahme war, dass Verbraucher bald nur noch aus Mehrwegflaschen trinken würden.

ist Experte für Verpackungen und Verpackungsverordnungen im Umweltbundesamt.Gerhard Kotschikist Experte für Verpackungen und Verpackungsverordnungen im Umweltbundesamt. 

Eine Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes ergab jetzt jedoch, dass wir zunehmend mehr Einwegflaschen kaufen – Flaschen also, die eingeschmolzen oder gemahlen werden, um daraus neue Produkte zu fertigen. Waren 2004 noch zwei Drittel der gekauften Flaschen Mehrwegflaschen, so sind 2009 nur noch knapp die Hälfte der Flaschen mehr als einmal benutzbar.

Gerade bei den Kunststoffflaschen herrscht offenbar Verwirrung. Die deutsche Umwelthilfe kritisiert eine mangelnde Kennzeichnung von Einweg und Mehrweg. Ist der Dosenpfand, den es seit acht Jahren gibt, somit sinnlos? Oder wie lässt sich das Verhalten der Verbraucher erklären?

Das fragen wir Gerhard Kotschik, Verpackungsexperte des Umweltbundesamts.