Ende der Rettungspakete für Griechenland

Ende gut, alles gut?

21.08.2018

Geht es nach dem Ende der Griechenlandhilfen mit der Wirtschaft bergauf? Sie wächst zwar langsam, doch Reformen bleiben aus und das Sozialsystem ist geschwächt. Wie geht es mit Griechenland weiter?

Rettungspakete: Weiterhin abhängig

In dieser Woche sind die Griechenlandhilfen der EU ausgelaufen. Nun muss sich das Land wieder selbst Geld auf dem internationalen Kapitalmarkt leihen. Doch was ändert sich tatsächlich mit dem Ende der Rettungspakete? Für die ersten zwei Jahre erhält Griechenland zunächst noch einmal zusätzlich 15 Milliarden. Dieser Übergangspuffer bindet die griechische Wirtschaftspolitik auch weiterhin an internationale Sparvorgaben.

Solange sich an der Wirtschaftspolitik insgesamt für die Eurozone nichts ändert, ist das ein symbolischer Akt. – Heiner Flassbeck, nachfrageorientierter Ökonom und Kritiker der europäischen Sparpolitik

Nach dem Ende des Sparens

Insbesondere die griechische Bevölkerung leidet unter Rentenkürzungen, der hohen Arbeitslosigkeit und dem maroden Gesundheitssystem. Nach Zahlen von Eurostat ist jeder Dritte Grieche von Armut bedroht. Wie dieser Situation zu begegnen sei, ist auch unter Ökonomen umstritten.

Wir müssen einfach begreifen, dass diese Länder nicht von sich aus und weil sie ein paar Reformen durchführen in eine vernünftige Wirtschaftslage kommen. Wachstum gibt es immer nur dann, wenn irgendjemand Schulden macht. – Heiner Flassbeck

Heiner Flassbeck ist ein nachfrageorientierter Ökonom (Keynes und Schumpeter) und Herausgeber der linken Zeitschrift Makroskop. Er hat von 1998 bis 1999 als Staatssekretär für Oskar Lafontaine gearbeitet. Außerdem hat er bei der UNO-Organisation für Welthandel und Entwicklung, UNCTA, als Wirtschaftsberater gearbeitet. Im Gespräch mit detektor.fm-Moderator David Seeberg hat er über die Rettungspakete und eine andere EU-Wirtschaftspolitik gesprochen.

Heiner FlassbeckWachstum, sagt man, gibt es, aber das sind eher statistische Fiktionen. Die harten Zahlen zeigen nicht, dass es da irgendwo wirklich aufwärts geht.Heiner Flassbecklinker Wirtschaftswissenschaftler und Herausgeber der Zeitschrift "Makroskop". 

Redaktion: Nora Auerbach