Mindestlohn, Frauenquote, Finanzmarktsteuer: Die Einheitspartei CDU/SPD

13.03.2012

Die beiden großen Volksparteien scheinen immer öfter einer Meinung zu sein. Das Handelsblatt spricht gar von einer "Einheitspartei". Geht es noch um Positionen oder schon um Wählerstimmen?

Immer öfter gleicher Meinung? Wowereit (SPD) und Henkel (CDU). / Foto: © Michael Gottschalk/dapd

Politikwissenschaftler in Potsdam.Prof. Jürgen DittbernerPolitikwissenschaftler in Potsdam. 

Den Spitzensteuersatz anheben, das war bisher eher ein SPD-Thema. Jetzt nicht mehr. Die CDU zieht mit und ist „offen für Diskussionen“. Aber nicht nur bei dem Thema scheint die CDU umgedacht zu haben.

Auch beim Mindestlohn, dem Atomausstieg, der gesetzlichen Frauenquote und der Finanztransaktionssteuer sind die zwei großen Parteien sich einig. Fast hat es den Anschein, als ob sich die beiden Volksparteien verschmelzen. Das Handelsblatt meinte gestern sogar:

22 Jahre nach dem Ende der DDR besitzt Deutschland wieder eine Einheitspartei.

Ob die Annäherung von CDU und SPD von Dauer sein wird, und welche Gefahren sich dahinter verbergen, das erklärt uns Jürgen Dittberner, Politikwissenschaftler mit Schwerpunkt Parteienforschung an der Universität Potsdam.