Erste Bundeswehr-Veteranen-Studie

Macht Krieg selbstbewusst?

11.08.2014

Das Wort „Kriegsveteran“ klingt nach Figuren aus Geschichtsbüchern und Zeitzeugenberichten. Aber in Deutschland gibt es Zehntausende junge Kriegsveteranen. Eine Studie über Afghanistan-Rückkehrer belegt nun: Mehr als zwei Drittel würden sich wieder für einen Einsatz melden.

Das Wort „Kriegsveteran“ klingt nach Geschichte, die viele Jahre her ist; nach alten Männer, die als Soldaten im Ersten oder Zweiten Weltkrieg waren. Aber dass es in Deutschland Zehntausende junge Kriegsveteranen gibt, ist vielen nicht bewusst. Die Veteranen der heutigen Tage sind diejenigen, die in den vergangenen Jahrzehnten in Kriegs- und Krisenregionen im Einsatz gewesen sind.

Erste Bundeswehr-Veteranen-Studie

Erstmals hat die Bundeswehr im vergangenen Jahr eine Studie in Auftrag gegeben, um herauszufinden, wie sehr der Einsatz die Soldaten und Soldatinnen nach ihrer Rückkehr beeinflusst. 4.000 der Rückkehrer  des 22. Isaf-Kontingents in Afghanistan hat das das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr befragt – und teilweise überraschende Antworten bekommen.

So würden sich fast 70 Prozent der befragten Soldaten wieder für einen Einsatz melden – und das freiwillig. Etwa die Hälfte von ihnen sogar gegen den Willen der Familie.  68 Prozent der Rückkehrer halten sich nach dem Einsatz im Gefahrengebiet für selbstbewusster.

Freiwillig wieder in den Krieg gehen und selbstbewusst zurückkommen? Für Marianne Müller-Brettel hört sich das nicht abwegig an. Sie ist Psychologin und forscht vor allem zur Friedenspsychologie. Für das ein oder andere vermeintlich überraschende Ergebnis der Befragung hat sie eine Erklärung parat.

Marianne Müller-Brettel, Diplompsychologin, im Gespräch zuer ersten Veteranen-Langzeitstudie der BundeswehrDer Beruf des Soldaten ist es, Krieg zu führen. Marianne Müller-BrettelPsychologin mit dem Schwerpunkt Friedenspsychologie