“Wie werden aus drei Mittelstands-Kindern Terroristen?” – Ein Buch widmet sich der Terrorzelle NSU

14.06.2012

Mit »Die Zelle« erscheint nun ein erstes Buch über die Zwickauer Terrorzelle. Die Autoren sichteten 25.000 Seiten Akten, sprachen 100 Zeugen - und trafen die Eltern der Terroristen. Christian Fuchs im Interview.

Das Haus im Hintergrund diente der Zwickauer Terrorzelle »Nationalsozialistischer Untergrund« über drei Jahre als Unterschlupf – es soll abgerissen werden. / Foto: © Michael Klug/dapd.

In Berlin ist heute wieder einmal der Untersuchungsausschuss des Bundestages zusammen gekommen, um die Versäumnisse beim Umgang mit dem Nationalsozialistischen Untergrund aufzuarbeiten. Einer der vorgeladenen Zeugen war der frühere Vizechef des Bundeskriminalamtes. Er hatte schon vor Jahren erkannt, dass bei der Fahndung nach Mördern von Migranten etwas falsch läuft.

„Ein Leben lang auf der Suche nach einer Gemeinschaft“

einer von zwei Autoren des ersten Buches zur Terrorzelle. / © Christoph BusseChristian Fuchseiner von zwei Autoren des ersten Buches zur Terrorzelle. / © Christoph Busse 

Warum wurden warnende Stimmen wie diese nicht erhört? Was ist da alles schief gelaufen? Diese Frage haben sich auch die Journalisten John Goetz und Christian Fuchs gestellt. Sie haben jetzt das erste Buch über die Zwickauer Terrorzelle veröffentlicht. Dazu sichteten sie alle Akten, die rund um die NSU zu bekommen sind, sprachen mit ehemaligen Ermittlern, Bekannten der Terroristen, mit deren Eltern – und begaben sich tief ins rechtsextreme Milieu.

Über diese Recherchen und sein Bild von den drei Mitglieder der Zwickauer Terrorzelle haben wir mit Christian Fuchs gesprochen:

Buchautor Christian Fuchs über die Zwickauer Terrorzelle

Wenn man sich mit Nazis trifft, und die bestellen einen dann in Jena irgendwo im Neubaugebiet 22 Uhr an eine Hausecke, das ist unangenehm. – (Christian Fuchs)