EU: Assoziierungsabkommen mit Moldau

Neubeginn oder Provokation?

27.06.2014

„Ein Neubeginn für Moldau!“ - Der moldawische Premierminister Lurie Leancă ist euphorisch, wenn es um das Assoziierungsabkommen mit der EU geht. Doch was steckt dahinter: Der erste Schritt in Richtung Wirtschaftsstabilität? Oder die bewusste Provokation in Richtung Moskau?

Feldarbeit in Gagausien. Die autonome Region liegt in Moldawien und gehört zu den ärmsten Regionen Europas. Foto: DANIEL MIHAILESCU | AFP

Die EU lobt sich selbst, Russland droht

Die EU hat in Brüssel ein Assoziierungsabkommen mit Moldau, Georgien und der Ukraine geschlossen.  In eigener Sache ein Erfolg für die EU – Ratspräsident Herman Van Rompuy spricht sogar von einem „Großen Tag für Europa“.

Die Reaktion aus Russland kam prompt: Im Fall der Ukraine drohte Moskau „mit ernsten Konsequenzen.“

Moldawien – Das ärmste Land Europas

Das kleine Moldawien hingegen könnte von dem Abkommen profitieren. Die Republik gilt als eine der ärmsten Regionen Europas. Wirtschaftlich ist das Land abhängig von Russland, seine direkte Grenze zur krisengebeutelten Ukraine macht es verletzlich. Die wirtschaftlichen Vorteile des Abkommens hat das Land am Rande Europas also bitter nötig.

Ob das Assoziierungsabkommen mit der EU  Moldawien zu Gute kommt oder ob die EU bewusst in Richtung Russland provoziert, darüber haben wir mit Professor Klaus Buchenau gesprochen. Er ist Professor für Geschichte Südost- und Osteuropas an der Universität Regensburg.

Professor Dr. Klaus BuchenauWenn Moskau das Signal sendet, dass es Moldawiens Aufnahme in die EU unter Umständen akzeptiert, bin ich sicher, dass Moldawien irgendwann in die EU aufgenommen wird.Klaus BuchenauProfessor für Geschichte Südost- und Osteuropas an der Universität Regensburg 
Assoziierungsabkommen zwischen Moldau und der EU