Eurasische Union: Putin plant neuen Wirtschaftsraum

06.10.2011

Niemand will die Sowjetunion wiederbeleben. So sagt es jedenfalls Wladimir Putin. Er will mit seiner Eurasischen Union nur die Weltwirtschaft stabilisieren. Wie ernst müssen wir seine Pläne nehmen?

Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin fordert eine Eurasische Union nach dem Vorbild der Europäischen Union. Foto: © Michael Urban/ dapd

ist Mitarbeiterin der Forschungsgruppe Russland an der Stiftung für Wissenschaft und Politik in Berlin.Susan Stuartist Mitarbeiterin der Forschungsgruppe Russland an der Stiftung für Wissenschaft und Politik in Berlin.  

Vor 20 Jahren stürtzte die Sowjetunion zusammen, jetzt will der russische Ministerpräsident Wladimir Putin ehemalige Sowjetrepubliken in einer Eurasischen Union wieder vereinen – zumindest wirtschaftlich. Ab 2012 soll Putins Wirtschaftsunion als Bindeglied zwischen Europa und Asien dienen.

Als Grundlage der neuen Union sieht Putin die im vergangenen Jahr geschlossene Zollunion mit Weißrussland und Kasachstan. Diese soll bereits im Januar 2012 zu einem einheitlichen Wirtschaftsraum werden. Putin will Handelshemmnisse beseitigen und eine grenzüberschreitende Jobsuche ermöglichen.

Im kommenden Jahr sollen Georgien, die Ukraine und andere Staaten der Eurasischen Union beitreten. Viele Regierungen der zukünftigen Mitgliedsstaaten sehen Putins Pläne aber mit Skepsis. Die Angst ist groß, dass sie 20 Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion wieder von Russland abhängig werden.

Kann Putin seine Pläne überhaupt wie geplant verwirklichen? Und was würde die Gründung einer Eurasischen Union für Europa bedeuten? Das haben wir Susan Stuart gefragt. Sie ist Mitglied der Forschungsgruppe Russland an der Stiftung für Wissenschaft und Politik in Berlin und bei detektor.fm im Interview.