Europa: Barroso spricht sich für Griechenland und europäischen Staatenbund aus

12.09.2012

Griechenland soll ein Mitglied in der Europäischen Währungsunion bleiben und die Länder der EU stärker zusammenwachsen. Das hat EU-Kommissionspräsident Barroso heute gefordert. Was bedeutet das für den weiteren Kurs der EU?

EU-Kommissar Barroso sieht Griechenland weiterhin in der Euro-Zone. Foto: © Axel Schmidt / dapd

In seiner jährlichen Rede zur Lage der EU hat sich EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso für Griechenland ausgesprochen: Es soll dem Präsidenten zufolge weiterhin ein Mitglied in der Europäischen Währungsunion bleiben, solange es seine Verpflichtungen erfüllt.

ist Experte für europäische Finanzpolitik und Chefsvolkswirt bei der ING-DiBa.Carsten Brzeskiist Experte für europäische Finanzpolitik und Chefsvolkswirt bei der ING-DiBa. 

Zudem hat Barroso gefordert, dass die Länder der Europäischen Union enger zusammenrücken. Die Union solle zu einem „Staatenbund der Nationalstaaten„, aber kein „Superstaat“ werden.

In der Zeit der Globalisierung bedeutet gemeinsame Souveränität mehr Macht, nicht weniger. – José Manuel Barroso

Barroso will, dass die Länder mehr wirtschaftliche und politische Kompetenzen an die EU übertragen. Zudem plant die EU-Kommission eine europäische Bankenaufsicht. Eine Behörde der EZB soll die europäischen Banken kontrollieren. Zunächst würde diese direkte Bankhilfe nur an Banken vergeben, die auch Hilfen aus dem ESM beanspruchen.

Was das für die weitere Entwicklung der EU und für Deutschland bedeutet, erklärt Carsten Brzeski. Er ist Chefsvolkswirt bei der ING-DiBa und Experte für europäische Finanzpolitik.

Die Lage der EU: Barroso spricht sich für Griechenland und europäischen Staatenbund aus