Europas Mitte | Visegrád-Länder

Who the fuck is Visegrád?

04.12.2017

Polen, Ungarn, Tschechien und die Slowakei – wenn die Visegrád-Länder in deutschen Medien auftauchen, wird Negatives oft betont. Aber ist das wirklich alles? Was wollen diese Länder – und was haben sie zu bieten?

Die Anderen

In der EU scheint derzeit kaum jemand so richtig gut auf die Visegrád-Länder zu sprechen sein. Polen steht derzeit wohl am lautetesten in der Kritik. Weil es an seiner umstrittenen Rechtsreform festhält, drohen EU-Politiker mit Sanktionen. Wo Polen für Unmut unter den Mitgliedsländern sorgt, ist Ungarn nicht weit.

Ministerpräsident Viktor Orbán sorgt schließlich seit Beginn der Flüchtlingskrise mit Provokationen und Anschuldigungen für schlechte Stimmung unter den europäischen Partnern. Dass außerdem in Tschechien ein Milliardär à la Trump der nächste Regierungspräsident werden könnte und die Slovakei gemeinsam mit Ungarn gegen die Aufnahme von Flüchtlingen klagt, passt ins Bild. Die Visegrád-Länder, das sind die anderen, die nicht so richtig wollen.

Was wollen die Visegrád-Länder?

Nicht verwunderlich also, dass mancher über die Visegrád-Länder nicht viel weiß. Vielleicht noch, dass sich die Regierungschefs der vier Staaten circa alle sechs Monate treffen. Dann stimmen sie sich in bestimmten Bereichen ab – ähnlich wie zum Beispiel die Benelux-Staaten. Das Blöde ist nur: Hört man von diesen vier Ländern, klingt das nicht wirklich nach einer weltoffenen Politik. Unser Autor Lars Hendrik Setz will mehr herausfinden: Was wollen die Visegrád-Länder? Deshalb reist er in den kommenden vier Monaten von Land zu Land.

Erste Station: Budapest

Dafür geht es zu Beginn nach Budapest. Hier trifft er Christopher Walsch. Er ist Dozent an der Corvinus Universität in Budapest. Dort beschäftigt er sich mit der Politik und Geschichte von Mittel- und Osteuropa. Christoph Walsch erklärt, was die Visegrád-Länder ausmacht und welche Ziele sie haben.

Die rechten, beziehungsweise national-konservativen Regierungen, die in den Visegrád-Ländern an der Macht sind, sind natürlich für Europa. Aber nicht unbedingt für das Europa, dass sich die Mainstream mitte-links, mitte-rechts Regierungen in westlichen EU-Staaten vorstellen. – Christopher Walsch, Politik- und Geschichtswissenschaftler aus Budapest

Woher die Visegrád-Länder ihren Namen haben, was sie wollen, und welche Rolle die Flüchtlingskrise dabei spielt, erzählt Christopher Walsch.


In „Europas Mitte“ reist Lars-Hendrik Setz durch die Visegrád-Länder. Im Podcast sammeln wir alle Episoden. Alle Folgen gibt es auch direkt bei Apple PodcastsDeezer und Spotify.