Experiment Staatsgründung: Südsudan wird morgen unabhängig

08.07.2011

Ab morgen gibt es einen Staat mehr in der Welt: Der Südsudan feiert seine Unabhängigkeit. Auf dem Weg dorthin starben Millionen - und auch heute noch ist das jüngste Land der Welt von Stabilität noch weit entfernt. Wie ist die Stimmung in der zukünftigen Hauptstadt Juba? Ein Vor-Ort-Bericht.

Straßenszene in Juba, der zukünftigen Hauptstadt des Südsudans. (© wikimedia / flickr / Fabrizio Demartis)

Zwei Millionen Tote hat der fast fünfzig Jahre dauerende Bürgerkrieg im Sudan gekostet. Seit einem Friedensabkommen im Jahr 2005 ist der Süden des Landes autonom. Im Januar 2011 stimmten dann 99 Prozent der Südsudanesen für die Gründung einer unabhängigen Republik Südsudan.

arbeitet in Beirut als Projektkoordinator des Forums
Ziviler Friedensdienst und ist für «Zenith» zur Unabhängigkeitsfeier in Juba.Björn Zimpricharbeitet in Beirut als Projektkoordinator des Forums
Ziviler Friedensdienst und ist für «Zenith» zur Unabhängigkeitsfeier in Juba.
 

Außer der Feindschaft gegen den Norden vereint die Völker im Süden jedoch wenig. Immer wieder gibt es lokale Konflikte, der letzte Rebellenangriff ist nur vier Monate her. Auch der Grenzverlauf zwischen Nord und Süd ist bislang nicht geregelt und die Gelder aus den sudanesischen Ölgeschäften müssen Nord und Süd ebenfalls noch aufteilen. Stabilität und Sicherheit kann das jüngste Land der Welt zu seiner Staatsgründung also noch nicht bieten. Die meisten Südsudaneser werden am 9. Juli 2011 dennoch feiern, berichtet Björn Zimprich:

Es gibt eine unheimliche Freude hier. Man kann den Leuten den Stolz über die Staatsgründung ansehen.

Björn Zimprich ist seit Dienstag in Juba, der zukünftigen Hauptstadt des Südsudans, und berichtet von dort u.a. für «Zenith – Die Zeitschrift für den Orient». Mit ihm sprachen wir über die Vorbereitungen zur Staatsgründung und die aktuelle Situation im Land.

Wir bitten die Tonqualität der Aufzeichnung zu entschuldigen.