FDP sagt Jamaika-Koalition ab

Absage mit Absicht?

20.11.2017

Die FDP hat die Sondierungsgespräche nach wochenlangem Ringen am Sonntagabend platzen lassen. Die Jamaika-Koalition ist wohl gescheitert und damit vorläufig auch die Regierungsbildung. Wie geht es nun weiter?

Keine Jamaika-Koalition

Die Jamaika-Koalition ist wohl tot. Nachdem die Sondierungsgespräche vergangene Woche noch einmal verlängert worden sind, hat die FDP sie in der vergangenen Nacht platzen lassen. Laut FDP-Chef Christian Lindner ist fehlendes Vertrauen unter den Koalitionspartnern der Grund.

Was sich langsam ausbildet, ist der Eindruck, dass das keine Entscheidung war, die in fünf Minuten gefallen ist. – Nadine Lindner, Journalistin beim Deutschlandfunk

Die anderen Verhandlungspartner haben heute den Abgang der FDP scharf kritisiert. Nach Aussage der Grünen sei man bei vielen Punkten näher zusammen gewesen, als vorher gedacht. Offenbar hatten sich die bisher erbitterten Gegner Grüne und CSU auf Kompromisse geeinigt und dann kam die FDP mit Grundsatzkritik um die Ecke.

Merkel will keine Minderheitsregierung

Wie geht es nun in Berlin weiter? Die Bildung einer Großen Koalition hat die SPD heute nach dem Scheitern der möglichen Jamaika-Koalition abermals ausgeschlossen. Kanzlerin Merkel hat sich derweil gegen die Bildung einer Minderheitsregierung ausgesprochen. Sollte es zu keiner parlamentarischen Mehrheit für eine Regierung kommen, plädiere sie für Neuwahlen mit ihr als Kanzlerkandidatin der Union.

detektor.fm-Moderatorin Carina Fron hat mit der Hauptstadt-Korrespondentin des Deutschlandfunks, Nadine Lindner, gesprochen. Sie erklärt, wie es mit der Bildung einer Regierung weitergehen wird und wie das politische Berlin nun die Situation bewertet.

Foto_Nadine_LindnerDas man bei Verhandlungen nicht immer zu hundert Prozent das kriegt, was man im Wahlprogramm stehen hat, das müsste Christian Lindner als erfahrener Politiker eigentlich wissen. Nadine LindnerHauptstadt-Korrespondentin beim Deutschlandfunk.