Flüchtlinge | European Asylum Support Office (EASO)

Was ist das EASO?

07.09.2015

Kaum jemand hat in der aktuellen Flüchtlingsdebatte vom "EASO" gehört. Das European Asylum Support Office (EASO) ist eine EU-Behörde, die bei Asylfragen helfen soll. Doch während sich in Europa die Lage immer mehr zuspitzt, hört man kaum etwas von der Behörde. Aber was machen die Mitarbeiter des EASO?

Woher kommt das EASO?

Das EASO (European Asylum Support Office) sitzt auf Malta und soll den EU-Staaten in Asylfragen helfen. Die Behörde ist ein Produkt langer europäischer Verhandlungen. Fast 14 Jahre haben die Innenminister der Europäischen Union und zuletzt auch das Europäische Parlament über ein einheitliches Asylrecht diskutiert. 2013 ist es dann soweit gewesen. Die überabeiteten Gesetze sollen sicher stellen, dass jeder Asylsuchende in Europa die gleichen Rechte bekommt und schneller über einzelne Fälle entschieden werden kann. Schon vor zwei Jahren sind diese Änderungen durchaus kritisch beoachtet worden.

Neues Asylrecht?

Die seit Monaten steigende Zahl der Flüchtlinge zwingt die Europäische Union in diesen Tagen zum Handeln. Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande fordern nun ein einheitliches System im Asylrecht. Dabei geht es vor allem um die Unterbringung, Registrierung und Rückführung der Flüchtlinge. Besonders überfordert ist momentan Griechenland.

Doch wie kann so ein System aussehen?

Das European Asylum Support Office (EASO) soll den EU-Staaten dabei helfen. Die Behörde ist 2010 von der Europäischen Union eingesetzt worden. Für das EASO arbeiten unter anderem entsandte Vertreter der Mitgliedstaaten sowie der Exekutivdirektor. Die Mitarbeiter der Behörde bilden dann Beamte in Justiz- und Verwaltungsbehörden der Mitgliedstaaten im Asylrecht aus.

Alle Mitgliedstaaten haben den selben Regeln zu folgen. Das macht es für eine Behörde einfach, alle Richtlinien für die Ausbildung aufzuschreiben und ein gemeinsames Training zu organisieren. Das ist ein Mehrwert auf europäischer Ebene. – Robert K. Visser, Exekutivdirektor der EASO

Das EASO pflegt eine Datenbank, die einen Überblick über die jeweilige Flüchtlingssituation in den EU-Staaten gibt. Die Mitarbeiter organisieren Expertenteams, die in Krisenländern aushelfen, untersuchen und dokumentieren die Flüchtlingsbewegungen in Europa. Sie dürfen dabei beratend zur Seite stehen, haben allerdings keine ausführenden Rechte.

Deshalb tritt die Behörde in der Öffentlichkeit nur selten in den Vodergrund. Die Mitarbeiter agieren eher im Stillen. Warum Exekutivdirektor Robert K. Visser sich gar nicht mehr politische Macht wünscht, hat er detektor.fm-Moderatorin Astrid Wulf im Interview verraten.

Wir können nicht die individuellen Mitgliedsstaaten anweisen, doch am Ende müssen sich alle an die selben Regeln halten. Weder ich, noch meine Behörde, entscheiden am Ende, sondern der europäische Gerichtshof.Robert K. VisserExekutivdirektor der EASO 

Redaktion: Carina Fron