Käme eine Flugverbotszone über Libyen zu spät?

15.03.2011

Japan überschattet die Nachrichten - dabei setzen Gaddafis Truppen unbeirrt ihre Angriffe auf die Aufständischen fort. Ein Experten-Interview zur Frage, warum eine Flugverbotszone zu spät käme - und was der Westen falsch gemacht hat.

Der französische Flugzeugträger Charles de Gaulle befindet sich bereits im Mittelmeer und damit in Schlagweite zu Libyen. © Foto: Philipp Guelland / ddp

ist Redakteur bei «ADLAS – Magazin für Außen- und Sicherheitspolitik» und bei «zenith – Zeitschrift für den Orient».Marcus Mohrist Redakteur bei «ADLAS – Magazin für Außen- und Sicherheitspolitik» und bei «zenith – Zeitschrift für den Orient».
 

Die G8-Außenminister werden sich in der Frage nach einer Flugverbotszone über Libyen nicht einig. Bei ihrem gestrigen Treffen in Paris konnten sie sich lediglich darauf verständigen, den Druck auf Muammar al Gaddafi weiter zu erhöhen. Frankreich und Großbitannien plädieren für eine sogenannte „No-Fly-Zone“, Deutschland und Russland zeigen sich weiterhin skeptisch. Auch im Fall einer Einigung würden weitere Wochen zur Vorbereitung vergehen. Denn bevor NATO-Kampfjets den Luftraum über Libyen kontrollieren können, müssten die libysche Luftwaffe und Flugabwehr kampfunfähig gemacht werden. Dazu braucht es Kampfflugzeuge in Schlagweite zu Libyen, sehr genaue Informationen über die Situation im Land und eine Strategie.

Über die aktuelle Situation in Libyen und die Befürchtung, dass eine solche Flugverbotszone wahrscheinlich zu spät käme, sprechen wir mit dem Politologen und Historiker Marcus Mohr. Er ist Redakteur bei «ADLAS – Magazin für Außen- und Sicherheitspolitik» und bei «zenith – Zeitschrift für den Orient».