Forderung zur besseren Kennzeichnung von Fleisch

Fußball-Weltmeister, Export-Weltmeister, Schweineschlachtungs-Europameister.

07.01.2015

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter fordert eine bessere Kennzeichnung von Fleisch in Deutschland. Doch wollen sich die Verbraucher überhaupt damit auseinandersetzen?

Im Gegensatz zum Titel des Fußball-Weltmeisters schickt sich der Titel für den Europameister im Schweineschlachten nicht so sehr. Zwar haben die Deutschen ihren Fleischkonsum etwas eingeschränkt, aber wir verkaufen das Schweinefleisch dann eben an unsere Nachbarn. Diesen Verkauf von Fleisch in andere Länder machen Tierschützern für die aktuellen Zustände in der Tierhaltung mit verantwortlich.

Forderung nach neuer Kennzeichnung der Fleischprodukte

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hat sich nun zu Wort gemeldet und möchte die Agrarpolitik verändern. Er will eine Landwirtschaft ohne Pestizide und Gentechnik. Auf der Agenda steht auch das Ende der Tierquälerei und der Massentierhaltung.

Ein Schritt in diese Richtung wäre eine neue Kennzeichnung der Herkunft von Fleisch. Dadurch sollen die Verbraucher erkennen, ob das Fleisch aus Massentierhaltung stammt. Hofreiter sieht die mittlerweile etablierte Kennzeichnung von Eiern als „Riesenerfolg„.

Mehr Vegetarier in Deutschland

Bei den Deutschen hat bereits ein Umdenken stattgefunden. Seit 2006 soll sich die Zahl der Vegetarier in Deutschland mehr als verdoppelt haben. In den letzten Jahren ist außerdem mehr Bio-Fleisch verkauft worden. Laut Fleischatlas des BUND hat sich der Fleischverzehr in Deutschland pro Kopf um zwei Kilogramm reduziert.

Weltweit sieht das jedoch anders aus. Würde die Entwicklung der letzten Jahren so fortgesetzt, stiege der weltweite Fleischkonsum von jetzt 300 Millionen Tonnen auf fast eine halbe Milliarde Tonnen an.

Wie sie den Vorschlag von Anton Hofreiter beurteilt hat detektor.fm-Moderatorin Maj Schweigler Luise Molling von der Verbraucherorganisation foodwatch gefragt.

Luise_Molling_foodwatchDen Tieren in der deutschen Nutztierhaltung ist erstmal nicht unbedingt geholfen, wenn mehrere Leute auf Fleisch verzichten. Luise Mollingist Mitarbeiterin der Kampagnenabteilung von foodwatch 

Redaktion: Ronja Hoffmann