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Auch Daten zum Verkehr und zur Mobilität sollen Kommunen nach den Forderungen von Gerd Landsberg künftig verkaufen dürfen. Foto: Matthias Ripp / flickr.com / CC BY 2.0

Frag den Staat | Kommunaler Datenverkauf

Daten for sale

Daten sind das Rohöl des 21. Jahrhunderts. Das weiß auch der Chef des Städte- und Gemeindebundes Gerd Landsberg und will mit dem Verkauf von Daten die klammen Kassen der Kommunen füllen. Ein Vorschlag, der Datenschützer auf den Plan ruft.

Kann kommunaler Datenverkauf die klammen Kassen der Gemeinden füllen? Das soll zumindest nach einem Vorschlag von Gerd Landsberg so passieren. Er ist Chef des Deutschen Städte- und Gemeindebundes und fordert, dass ein kommunaler Datenverkauf zwischen Gemeinden und Unternehmen stattfinden soll. Demnach sollen künftig Firmen für Daten von Kommunen bezahlen, die sie bisher kostenlos für ihre Zwecke nutzen konnten.

Keine personenbezogenen Daten

Doch um welche Daten geht es eigentlich ganz konkret? Kommunen erheben täglich eine ganze Menge Daten, zum Beispiel Umweltdaten wie die Feinstaubbelastung einer Region. Aber auch technische Daten in Bezug auf Verkehr oder Mobilität.

Wir reden nicht von Patientendaten oder einzelnen Kreditdaten oder so. Wir reden von nicht personenbezogenen Daten, die bei öffentlichen Stellen anfallen. – Arne Semsrott, Projektleiter bei Frag den Staat

Private Daten schützen, öffentliche Daten nutzen

Bislang sind Kommunen zur Freigabe von öffentlichen Daten unter anderem durch das Informationsfreiheitsgesetz sowie durch das Open-Data-Gesetz verpflichtet, Daten unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Und auch die EU sagt, wenn öffentliche Daten der Gesellschaft nutzen und ohnehin schon über Steuergelder finanziert sind, müssen sie auch unentgeltlich abgegeben werden.

Was würde eine Änderung der Gesetzeslage bedeuten?

Gerd Landsberg fordert nun aber, dass die Kommunen die Daten auch verkaufen dürfen. Auch um die knappen Kassen der Kommunen aufzufüllen. Das könnte jedoch einen großen Einfluss auf die Datennutzung und kommerzielle Weiternutzung haben, befürchtet Arne Semsrott:

Wenn eine Kommune zum Beispiel den Feinstaub misst und dann sagt, diese Daten geben wir jetzt nicht mehr frei, sondern wir verkaufen die jetzt nur noch, dann ist natürlich die große Frage: Wer kann sich das denn eigentlich leisten? – Arne Semsrott

Was die Forderung von Gerd Landsberger noch für Folgen hätte, darüber hat detektor.fm-Moderator Lars-Hendrik Setz mit Arne Semsrott von Frag den Staat gesprochen.

Viele Daten sind gesellschaftlich relevant, aber nicht unbedingt wirtschaftlich verwertbar. Die Idee, viele Daten zu viel Geld zu machen, ist ziemlich naiv.Arne Semsrott
Frag den Staat | Kommunaler Datenverkauf 06:59

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