Gazprom eröffnet Ostsee-Pipeline: Russisches Erdgas fließt künftig direkt nach Deutschland

08.11.2011

Der erste Strang der Ostsee-Pipeline, über die künftig russisches Erdgas direkt in die Bundesrepublik transportiert wird, ist eröffnet worden. Das bedeutet zwar eine einerseits Sicherheit, andererseits macht sich die EU damit auch abhängig vom russischen Zulieferer.

1224 Kilometer Rohre wurden für die Pipeline in der Ostsee verlegt. Foto: © Jens Koehler/ dapd

Die sogenannte Ostsee-Pipeline ermöglicht zukünftig den direkten Transport von russischem Erdgas nach Deutschland. Bei der Eröffnungsfeier war neben Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem russischen Präsidenten Dimitri Medwedjew auch Altkanzler Gerhard Schröder zu Gast, der den Bau der direkten Gas-Trasse durch die Ostsee während seiner Amtszeit maßgeblich vorangetrieben hatte.

ist Russland-Experte bei der DGAP in Berlin.Stefan Meisterist Russland-Experte bei der DGAP in Berlin. 

Befürworter nennen die Pipeline einen wichtigen Schritt zur Energiesicherheit in Westeuropa. Doch das 7,4 Milliarden Euro teure Bauprojekt ist nicht unumstritten: Gegner kritisieren die energiepolitische Abhängigkeit vom russischen Staatskonzern Gazprom und damit auch vom Machtmenschen Wladimir Putin. Außerdem beklagen Umweltverbände die okölogischen Schäden, die durch den Bau entstanden sind. Auch bei Staaten wie Weißrussland und der Ukraine, durch die bisher der Großteil der Erdgaslieferungen an Europa geflossen ist, wird die Pipeline mit Argwohn betrachtet: man fürchtet um die Stellung als Transitland.

Über die Bedeutung der „Nord Stream“-Erdgaspipeline haben wir mit Stefan Meister, Russland-Experte bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in Berlin, gesprochen.