Generationengerechtigkeit: Teil 4 – Junge Europäer bleiben länger Kind

29.04.2013

Im vierten Teil unserer Serie "Generationengerechtigkeit" sprechen wir über die unterschiedlichen Lebensläufe von jungen und älteren Generationen – und über die Folgen, die die Finanzkrise für die jungen Menschen hat.

Wo ist sie, die Generación Perdida, die verlorene Generation? – das fragt ein Spanier während der weltweiten Occupy-Demonstrationen am 15. Oktober 2011 im andalusischen Santa Cruz. Foto: © Ana Rey/flickr

Schule, erste Liebe, Ausbildung und Unabhängigkeit: An dieser Stelle unterscheiden sich heute die Lebensläufe – und damit auch die Lebenserfahrungen – von Kindern und Eltern.

ist Professor und Chair of Sociology am »European University Institute (EUI)« in Florenz.Hans-Peter Blossfeldist Professor und Chair of Sociology am »European University Institute (EUI)« in Florenz. 

Denn in einem Alter, in dem die Eltern ihre Karriere begonnen, langsam ihre Vermögen aufgebaut und schließlich Familien gegründet haben, sitzen die Kinder heute häufig in einer Sackgasse.

Die Jungen in der Krise

Spätestens seit der weltweiten Finanzkrise 2008 haben es junge Erwachsene auf dem Arbeitsmarkt schwer. Weil sie sich trotz ihrer guten Ausbildung nicht aus eigener Kraft finanzieren können, bleiben sie oft auch nach ihrer Ausbildung von ihren Eltern abhängig. Die Jugend Europas ist unzufrieden: In Spanien geht die Generación Perdida (Die verlorene Generation) auf die Straße, um gegen das politische System zu protestieren und in England randalierten Jugendliche, weil sie keine Perspektiven für die Zukunft sehen.

Welchen Einfluss die veränderten Lebensläufe von jungen Menschen in Europa auf die Gesellschaft haben, darüber haben wir in unserer Serie zur Generationengerechtigkeit mit dem Lebenslaufforscher Hans-Peter Blossfeld vom European University Institute gesprochen.

Junge Leute erhalten nicht das, was ältere Verwandte für die gleiche Ausbildung bekommen haben. Sie bekommen zwar weiterhin gute Jobs, aber die Verträge sind meistens ganz andere. – Hans-Peter Blossfeld, European University Institute