Diplomatischer Meilenstein in Ostasien

China und Taiwan nehmen Gespräche auf

11.02.2014

China und Taiwan sind zutiefst zerstritten. Doch nun haben sie offizielle Regierungsgespräche aufgenommen - das erste Mal seit 65 Jahren. Was steckt hinter dem Konflikt und warum bewegen sich die Fronten aufeinander zu?

Ein bedeutsamer Handschlag, der taiwanesische Regierungsvertreter Wang Yu-chi (links) und sein chinesischer Kollege Zhang Zhijun (rechts). Foto: Mark Ralston/AFP

Der Ursprung des Taiwan-Konflikts liegt im chinesischen Bürgerkrieg. 1949 gewinnt die Kommunistische Partei unter Mao die Vorherrschaft über China. Daraufhin spalteten sich die Nationalisten unter Chiang Kai-chek nach Taiwan ab. Seitdem hat China Taiwan nie offziell anerkannt. Die zwischenstaatlichen Beziehungen liegen weitestgehend auf Eis.

meint, dass die weitere Entwicklung vor allem von der taiwanesischen Innenpolitik abhängt."Es ist nicht das erste Mal, dass die beiden Seiten wieder miteinander reden (...). Allerdings nicht zwischen offiziellen Regierungsvertretern, sondern tatsächlich zwischen zwei halboffiziellen Organisationen, die extra zu diesem Zwecke geschaffen wurden."Robert Paulsmeint, dass die weitere Entwicklung vor allem von der taiwanesischen Innenpolitik abhängt. 

Allerdings lockern sich seit einigen Jahren die Spannungen zwischen den Staaten. Denn der aktuelle taiwanesische Präsident Ma Ying-jeou betreibt eine chinafreundliche Politik. Er regiert das Land seit 2008. Seither haben sich die wirtschaftlichen Beziehungen deutlich verbessert. Die aktuellen Regierungsgespräche haben aber vor allem symbolische Bedeutung. Grundlegende Fragen wie die Souveränität Taiwans werden wohl nicht thematisiert.

Welchen Hintergrund der Konflikt zwischen China und Taiwan hat und warum sich die Beziehungen entspannen, darüber haben wir mit Robert Pauls besprochen. Er forscht an der Ruhr-Universität Bochum zum Thema Ostasien.