Griechenland und der Euro

Grexit nun doch eine Alternative?

05.01.2015

Die bevorstehenden Parlamentswahlen in Griechenland führen zu Debatten über einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Eurozone. Wäre dies nur für die Eurozone - oder auch für Griechenland verkraftbar?

Griechenland – Ewiger Sorgenfall?

Griechenland gilt in der Eurozone immer noch als Sorgenkind Nr. 1. Eine schwächelnde Wirtschaft, geringe Schuldentilgung, mögliche Ansteckungsgefahr für weitere Krisen-Staaten der Eurozone. Dennoch sollte Griechenland unter anderem wegen der Ansteckungsgefahr unbedingt in der Eurozone gehalten werden, egal wie viel dies kostet.

Das Fortbestehen Griechenlands in der Eurozone galt als „alternativlos“, was 2010 zum Unwort des Jahres gekürt wurde. Dieses einstige Credo wird nun jedoch von unterschiedlichen Experten hinterfragt. Insbesondere vor dem Ankauf griechischer Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank, um die Staatskassen der Griechen wieder zu füllen, wird gewarnt.

Was hat sich seit 2012 geändert?

Bereits 2012 warnte die Bundesregierung vor der Parlamentswahl in Griechenland vor den Folgen eines möglichen Austrittes aus der Eurozone. Am 25. Januar finden erneut Parlamentswahlen in Griechenland statt. Ein möglicher Sieg des einstigen Kommissionspräsidentschaftskanditaten Alexis Tsipras‘ mit seinem linken Parteinbündnis „Syriza“ wird in Berlin besonders kritisch beäugt. Dieser verlange nämlich einen erneuten Schuldenschnitt für Griechenland, sollte er die Mehrheit im Repräsentantenhaus für sich gewinnen.

Eine Abkehr vom Diktat der Sparpolitik könnte in einem solchen Fall als Austrittsbewerbung für die Eurozone gewertet werden. Ein Austritt aus der Währungsunion könnte Signalwirkung besitzen, zum einen als abschreckendes, zum anderen als ermutigendes Beispiel.

Was sich nun konkret an der griechischen Situation geändert hat, welche Konsequenzen ein Austritt Griechenlands für die Eurozone sowie das Land selbst besitzt,  darüber spricht Jennifer Stange mit dem Wirtschaftsweisen Lars Feld. Er berät die deutsche Bundesregierung in Wirtschaftsfragen und ist an der Universität Freiburg Professorf ür Wirtschaftspolitik und Ordnungsökonomie.

Lars Feld_Walter-Eucken-InstitutEinen Schuldenschnitt, das sollte die Bundesregierung nicht hinnehmen.Lars Feldist Wirtschaftsweiser und Direktor des Walter-Eucken-Instituts 

Redaktion: Natalie Schorr