Hamburger Nahverkehr: Kein Alkohol ist auch (k)eine Lösung?

01.09.2011

Ein Schluck aus der Bierdose im Bus wird jetzt genauso teuer wie einmal Schwarzfahren - zumindest in Hamburg. Ab heute ist es vorbei mit «Vorglühen» in Bus und Bahn. Was kann das Verbot bringen?

Schilder weisen auf das Alkoholverbot in Hamburgs Bussen und Bahnen hin. Foto: © David Hecker (ddp)

ist Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebundes.Franz-Reinhard Habbelist Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebundes. 

Es ist Wochenende, und man fährt mit seinen Freunden mit der S-Bahn in die Stadt – mit dabei bei vielen: das Wegbier. Zumindest in Hamburg ist das ab heute nicht mehr möglich. Denn auf das Rauchverbot in Bayern folgt jetzt ein Alkoholverbot in Hamburger Bussen und Bahnen. Ab heute wird man einen Monat lang erstmal nur verwarnt, ab Oktober kostet der öffentliche Schluck aus der Bierflasche dann 40 Euro.

Die Stadt Hamburg ist schon länger dafür bekannt, dass sie mit Verboten das Stadtbild verbessern will: Auf der Reeperbahn darf nur noch aus Plastikbechern getrunken werden, und Obdachlose versucht man mit Klassik-Musik aus Lautsprechern vom Bahnhof zu vertreiben.

„Das Hamburger Modell soll auch in anderen Städten Schule machen“, findet Franz-Reinhard Habbel vom Deutschen Städte- und Gemeindebund. Doch ist das neue Alkoholverbot wirklich sinnvoll? Schließlich werden betrunkene Menschen ja weiterhin mit Bus und Bahn fahren. Antworten darauf gibt Franz-Reinhard Habbel im Interview.