Hannover Messe: Russland nimmt Kurs auf Deutschland

08.04.2013

Bislang fehlte Russland das Know-How, um zur Wirtschaftsmacht aufzusteigen. Das soll sich jetzt - mit Deutschland als starkem Partner - ändern. Welche Hürden es dabei gibt, erklärt ein Experte im Interview.

Auf der Hannover Messe 2013 bot sich ein Bild ganz nach Wladimir Putins Geschmack: Er steuert - Angela Merkel sitzt auf dem Beifahrersitz. Foto: Deutsche Messe DMAG

Am Sonntagabend eröffnete der russische Präsident Wladimir Putin gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel die Hannover Messe.

Jean Paul Belmondo und Angela Récamier in Jean Luc Godards Film “Une Femme est une Femme” von 1961. Foto: Ms. HD/flickr (CC BY-NC-SA 2.0)Ewald BöhlkeDirektor des Berthold Beitz Zentrums in Berlin. 

Russland ist in diesem Jahr Partnerland der weltweit wichtigsten Industriemesse – und das Land präsentiert sich nach der Wirtschaftskrise selbstbewusst: Die 170 russischen Aussteller sollen zeigen, dass Russland auch als Wirtschaftsstandort attraktiv ist – nicht nur als Exporteur von Rohstoffen und Energie. Viele große deutsche Unternehmen haben das bereits erkannt und produzieren in Russland. In Hannover wirbt Russland jetzt gezielt um den deutschen Mittelstand, denn von dessen Wissen und Innovationkraft möchte das Land profitieren.

Doch ganz einfach ist die Zusammenarbeit nicht. Denn in Russland bieten sich internationalen Unternehmen viele Hürden – auch politischer Natur.

Wie diese Hürden aussehen und wie Russland zur Wirtschaftsmacht aufsteigen will,erklärt Ewald Böhlke im Interview. Er ist der Direktor des Russland Kompetenzzentrums Berthold Beitz der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik.

Es ist richtig, dass deutsche Unternehmen ein Interesse daran haben, dass eine offene Gesellschaft da ist. Denn in einer offenen Gesellschaft ist der Grad an Korruption natürlich deutlich geringer, als in Gesellschaften, wo das Bürokratische gleichsam ein Eigenleben führt. (Dr. Ewald Böhlke)