Hans-Peter Friedrich – der janusköpfige Innenminister

01.08.2012

Innenminister Hans-Peter Friedrich ist seit über einem Jahr im Amt. Zeit, sein bisheriges Wirken kritisch zu analysieren.

Innenminister Hans-Peter Friedrich hatte während seiner bisherigen Amtszeit wenig Grund zum Lachen. Foto ©: Timur Emek/dapd.

ist Professor für politische Wissenschaft. © cap-lmu.deProf. Werner Weidenfeldist Professor für politische Wissenschaft. © cap-lmu.de 

Er hatten den Job nie haben wollen. Horst Seehofer drängte den ehemaligen CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich 2011 förmlich dazu, das Amt des Inneninister zu übernehmen. Die Plagiatsaffaire um den damaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hatte Wirbel in die Ministerien gebracht.

Ein Mann mit großer Erfahrung

Seit 1998 sitzt Hans-Peter Friedrich im Bundestag, und seit 2009 war er Vorsitzender der CSU-Landesgruppe. Im März 2011 ist er zum Innenminister vereidigt worden.

Der Innenminister in der Krise

Seitdem ist viel Zeit vergangen. Hans-Peter Friedrich wurde in vielen innenpolitischen Bereichen ernsthaft geprüft. Bundestrojaner, NSU-Morde und Salafismus. Nicht immer machte er dabei eine gute Figur. Er hat viele Kritiker, die der Ansicht waren, er sei mit seinem Amt überfordert und ein schlechter Krisenmanager. Jetzt hat er kurzerhand die gesamte Führungsriege der Bundespolizei ausgetauscht. Anlass, seine bisherige Amtszeit einmal kritisch zu betrachten.

Das haben wir mit dem Politologen Professor Werner Weidenfeld getan. Er ist Direktor des Centrums für angewandte Politikforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und forscht unter anderem zur Innenpolitik Deutschlands:.