Kosovo: nach vier Jahren Unabhängigkeit noch immer ein Konfliktherd?

16.02.2012

Selbst vier Jahre nach dem Ausruf der Unabhängigkeit sind sich die Bürger im Kosovo uneinig. Ein Referendum zeigt, dass Kosovo-Serben lieber zu Serbien gehören würden. Ist Europas jüngster Staat weiterhin ein Konfliktherd?

Während des Kosovo-Kriegs wurden 218 Moscheen zerstört. Foto:© Steffi Loos/dapd

als Vermittler in interethnischen Konflikten im Balkan tätig.Dr. Christian Schwarz Schillingals Vermittler in interethnischen Konflikten im Balkan tätig. 

Der Kosovo feiert am Freitag den vierten Jahrestag seiner Unabhängigkeit. International ist die Republik aber immer noch nicht von allen Staaten anerkannt.

In dieser Woche fand ein Referendum für die serbische Bevölkerung statt. Die Frage war, ob die Serben im Kosovo die Regierung in Pristina akzeptieren. Die breite Mehrheit entschied sich dagegen. Die Regierungen von EU und Kosovo hatten sich dazu entschlossen, das Ergebnis zu ignorieren und auch Serbien ist mit dem Ausgang der Abstimmung alles andere als glücklich.

Wie die Stimmung zur Zeit im Land ist, besprechen wir mit Christian Schwarz Schilling. Er ist Ehrenpräsident der CSSP, dem Verein für integrative Mediation, mit dem er bereits 2007 zwischen Kosovo und Serbien vermittelte.

Also, wenn man hier einen Schuldigen sucht für die ganze Situation, dann muss man leider sagen, ist es immer noch Serbien (…).