Geplante Unruhe – In Nordkorea wird die Erbfolge geregelt

29.06.2010

Einzigartig auf der Welt: in Nordkorea herrscht eine Familien-Dynastie in einem stalinistischen System. Und die Machtübergabe von Kim Jong-Il an seinen Sohn scheint kurz bevorzustehen.

Nachts wird der Rohstoffmangel sichtbar: Südkorea ist erleuchtet, Nordkorea dunkel. / Quelle: CC/public domain

In Nordkorea tut sich etwas. Experten beobachten eine Art Unruhe in dem Land, das seit über 15 Jahren vom selben Mann regiert wird: Kim-Jong Il. Er ist Vorsitzender der Nationalen Verteidigungskommission, Oberster Befehlshaber der Koreanischen Volksarmee und Generalsekretär der regierenden Partei der Arbeit Koreas. Er hat damit, zumindest auf dem Papier, alle Macht im Land in seiner Person vereint. Und so kommt es, dass politische Institutionen in Nordkorea sich, eher selten zusammenfinden, und dabei noch weniger entscheiden.

Mitglied der Forschungsgruppe Asien bei der Stiftung Wissenschaft und Politik.Dr. Markus TidtenMitglied der Forschungsgruppe Asien bei der Stiftung Wissenschaft und Politik. 

Nun kam die Oberste Volksversammlung, quasi das „Parlament“ des Landes, in diesem Jahr schon zweimal zusammen, Anfang des Jahres wurde die Verteidigungskommission neu gewählt, und seit kurzem ist bekannt, dass es im September einen Parteikongress geben soll – den ersten seit 30 Jahren. Für Beobachter ein klares Signal, dass der Diktator seine Erbfolge regelt. Wo Nordkorea heute steht, welche Rolle Kim Jong-Il im Land spielt, was über seinen Sohn und Wunsch-Nachfolger bekannt ist und weshalb diese öffentlichen Aktionen nötig sind, das erklärt uns Dr. Markus Tidten von der Stiftung Wissenschaft und Politik.