Inszenierte Politik – “Das hat durchaus demokratiegefährdende Dimension”

01.09.2010

Auch wenn über die Zukunft der Atomenergie wohl schon entschieden ist: Merkel geht auf "Energiereise". Das zeigt einmal mehr: keine Politik mehr ohne Inszenierung.

Gehört auf Parteitagen inzwischen zum gewohnten Bild: Anhänger in Einheitslook. / © Jens-Ulrich Koch (ddp)

gilt als einer der renommiertesten Politikwissenschaftler. / © Patrick Lux (ddp)Prof. Dr. Herfried Münklergilt als einer der renommiertesten Politikwissenschaftler. / © Patrick Lux (ddp) 

Die Zeiten, in denen die großen Entscheidungen hinter verschlossenen Türen getroffen wurden, indem ein kleiner Kreis von Männern im Raucherzimmer die Republik gelenkt hat – wenn es sie jemals gab, so sind sie zumindest sehr lang her. Politik heute muss nicht nur öffentlich stattfinden – sie inszeniert sich auch immer mehr.

Kürzlich wurde das wieder ziemlich deutlich: die Diskussion zur Zukunft der Atomenergie wird in großen Teilen auch auf öffentlichen Bühnen und vor Kameras geführt.

Wie wichtig diese Inszenierung politischer Entscheidungsprozesse ist, für Wähler wie Politiker, und ob die eigentliche Politik nicht vielleicht doch ganz woanders stattfindet, das fragen wir jetzt einen der renommiertesten Politikwissenschaftler, der seit Jahren auch gefragter Gesprächspartner und Ratgeber vieler Politiker ist:  Herfried Münkler von der Humboldt-Universität Berlin.