Internet unter Generalverdacht: FBI bespitzelt TOR-Netzwerk

09.08.2013

Jeder, der verschlüsselt, ist in hohem Maße verdächtig. Nach dieser Denkweise operieren die US-Geheimdienste und nehmen nun das anonyme TOR-Netzwerk ins Visier.

Bei TOR ist die Kommunikation wie bei einer Zwiebel geschützt – inzwischen aber nicht unbedingt vor den Geheimdiensten. Foto: Darwin Bell / flickr.com

kritisiert das Vorgehen des FBI.Constanze Kurzkritisiert das Vorgehen des FBI. 

Das FBI hat mit Schadsoftware zahlreiche Nutzer enttarnt, die über das TOR-Netzwerk anonym im Internet unterwegs sind.

Mit dem TOR-Netzwerk können sich Nutzer anonym im Internet bewegen. Dies funktioniert über das sogenannte Onion Routing – wie bei den Schichten einer Zwiebel greift der User über viele wechselnde Server zu und bleibt somit anonym.

Rechtsfreier Raum?

Mit einem solchen Angriff auf alle Rechner, die das TOR-Netz nutzen, hat das FBI die Grenzen des Rechts überschritten. Denn damit stellen sie alle Nutzer des anonymen Netzwerkes unter Generalverdacht, auch wenn sie es überhaupt nicht für illegale Zwecke nutzen.

Welche Bedeutung TOR hat und was der Eingriff des FBI für Folgen hat, darüber haben wir mit Constanze Kurz vom Chaos Computer Club gesprochen.

Rechte, die man nicht ausübt, die gehen verloren. Wir müssen also unser Recht auf Anonymität und auch unser Recht auf Privatsphäre ausüben (…). Ich denke, das ist eine Bürgerpflicht. – Constanze Kurz