Iran-Konflikt: Kommt es bald zum Krieg?

10.02.2010

Es ging immer um angebliche Massenvernichtungswaffen. Damals im Irak, was sich als Falschmeldung herausstellte, und heute im Iran, der angeblich die Atombombe baut. Gibt es eine synchrone Dramaturgie der Eskalation?

Irans Präsident Ahmadinedschad als “Achse(l) des Boesen” mit dem Zeichen für Radioaktivität - vor drei Jahren Rosenmontagszuges durch die Duesseldorfer Altstadt./ © Volker Hartmann (ddp)

von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik gilt als ausgewiesener Experte für amerikanische Außenpolitik. Er leitet außerdem die Redaktion des „Jahrbuch Internationale Politik“.Dr. Josef Bramlvon der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik gilt als ausgewiesener Experte für amerikanische Außenpolitik. Er leitet außerdem die Redaktion des „Jahrbuch Internationale Politik“. 

Die Münchner Sicherheitskonferenz ist noch nicht lange zu Ende, und eine der größten Überraschungen dort war der Auftritt des iranischen Außenministers. Der Iran fährt ein eigenes Atomprogramm, was die westliche Welt und vor allem die USA stark beunruhigt. Präsident Ahmadinedschad wird nicht müde zu argumentieren, sein Land nutze das atomare Material nur zivil. Aber der Atomstreit verschärft sich. Und wer genau hinschaut, der könnte auf die Idee kommen, Parallelen zu erkennen. Parallelen zu der Zeit vor dem Einmarsch der USA im Irak. Ein diktatorisch geführtes Land mit angeblichen Massenvernichtungswaffen; das Verweigern von Inspektionen, Ablehnung der UN und Unterstützung von Terrorismus; Waffenlieferungen der USA an Nachbarländer des Feindstaates; der Ausbau der amerikanischen Militärpräsenz im Golf? Das kommt manchem bekannt vor. Und kürzlich warnte Obama den Iran vor einer Fortsetzung des Atomprogramms und er brachte das Land mit Nordkorea in Verbindung – genau das tat G. W. Bush auch in seiner „Achse des Bösen“-Rede 2002.  Also doch kein Strategiewechsel? Gibt es diese Parallelen wirklich, und wird die USA folglich bald in Iran einmarschieren? Darüber sprechen wir mit Josef Braml, USA-Experte der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik.