Iran: Schaltet die Regierung dem Land das Internet ab?

08.09.2011

Es klingt wie eine Nachstellung des Romans "1984" von George Orwell: Die iranische Regierung möchte das Land vom Internet loslösen und stattdessen ein nationales Intranet einführen, um damit die Zensur im Land weiter zu verschärfen. Doch wie realistisch ist das?

Scheint sich vor dem Potential des Internets zu fürchten: Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinedschad (Mitte). © Abtin Bitaraf / wikipedia.de

ist Herausgeber von Zenith - Zeitschrift für den OrientDaniel Gerlachist Herausgeber von Zenith - Zeitschrift für den Orient 

Berichten zufolge strebt der Iran danach, sich komplett vom Internet abzukoppeln und es durch ein nationales Intranet zu ersetzen. Der Plan erscheint grotesk: Wie soll sich ein ganzes Land vom World Wide Web trennen lassen?

Die iranische Regierung ist dafür bekannt, dass sie das Internet bereits jetzt streng zensiert. Alles, was als politisch gefährlich oder unsittlich gilt, wird nicht angezeigt. Nachdem das revolutionäre Potential des Internets bereits bei den afrikanischen Umstürzen genutzt wurde, scheint der Iran eine solche Entwicklung auf eigenen Boden ausschließen zu wollen.

Ob die iranische Regierung wirklich den nächsten Schritt hin zum vollständig staatlich kontrollierten Web gehen kann und welche Auswirkungen das für den Nahoststaat und seine Bürger hätte, besprechen wir mit Daniel Gerlach. Er ist Herausgeber von „Zenith“, der Zeitschrift für den Orient und bei detekfor.fm im Interview.