Ägypten-Konflikt: warum Israel nicht schweigen kann, es aber tun muss

01.02.2011

Unruhen im Nahen Osten: Angestachelt durch Tunesien ist auch in Ägypten Ausnahmezustand. Und die Nuklearmacht Israel wird nervös.

Kein Kommentar - so heißt es seitens des offiziellen Israels über die ägyptische Regierung und Mubarak. / © Berthold Stadler

Autor von «Zenith - der Zeitschrift für den Orient» und Blogger bei Deutschlands führendem Blog zum Nahen und Mittleren Osten, «Alsharq»Christoph DinkelakerAutor von «Zenith - der Zeitschrift für den Orient» und Blogger bei Deutschlands führendem Blog zum Nahen und Mittleren Osten, «Alsharq» 

Die Unruhen in Ägypten spitzen sich weiter zu. Heute wird dort der „Marsch der Millionen“ erwartet. Präsident Mubarak hat einen Teil seiner Regierung entlassen, um den Westen und vor allem die ägyptische Bevölkerung zu besänftigen. Aber wie lange kann er sich noch halten?

Mitten in dieser Situation reist die Bundeskanzlerin nach Israel, und ob – in Anbetracht der aktuellen Lage – geplant oder nicht: die Reise bekommt immenses Gewicht. Denn Israel, immerhin eine Nuklearmacht, nimmt in der Tat eine Schlüsselstellung im gesamten Nahostkonflikt ein. Man hält sich mit Äußerungen zur Situation in Ägypten zurück. Stattdessen habe Israel laut einem Bericht der Zeitung „Haaretz“ die USA, Kanada und auch europäische Staaten um Unterstützung der ägyptischen Regierung und Mubaraks gebeten. Indirekte Einflussnahme quasi – damit solle die Sicherheit und Stabilität im Nahen Osten weiterhin gewährleistet werden.

Welche Rolle Israel also im aktuellen Konflikt spielt, warum es sich nicht direkt einmischen kann und wird, und welche weltpolitischen Folgen es haben könnte, wenn die Situation sich noch weiter zuspitzt, darüber haben wir gesprochen mit Christoph Dinkelaker, der als Journalist in Israel die aktuellen Geschehnisse verfolgt.