Ist die Berichterstattung zu Christian Wulff kampagnengetrieben?

22.12.2011

In den Medien wird seit Tagen unentwegt über Christian Wulff berichtet - nun hat er auch noch seinen Sprecher entlassen und sich in einer persönlichen Erklärung entschuldigt: neues Futter für die Presse. Doch ist ihr Umgang mit dem Thema angemessen?

Die Medien stürzen sich regelrecht auf die Causa Wulff - dennoch sieht Wolfgang Donsbach eine Veränderung der Presse im Umgang mit diesen Themen. /Foto:© Jürgen Schwarz/ddp

lehrt an der TU Dresden.Prof. Dr. Wolfgang Donsbachlehrt an der TU Dresden. 

Seit heute wissen wir in der Affäre Wulff, er wird sich auch in der Weihnachtsansprache nicht zu den Vorwürfen äußern. Ein Privatkredit hat den Bundespräsidenten ja schon vor ein paar Tagen in Erklärungsnot gebracht. Seitdem debattieren die Deutschen über die Integrität von Christian Wulff. Darf er einen solchen Kredit von der Frau seines Trauzeugen annehmen oder nicht?

Mittlerweile haben die Medien immer mehr Details zur Causa Wulff zusammengesammelt. Da finden sich Berichte über Urlaube in Ferienhäusern von befreundeten Geschäftsleuten wie dem ehemaligen AWD-Chef Carsten Maschmeyer oder Analysen der politischen Beziehungen in Hannover rund um die sogenannte „Maschsee-Connection“.

Einige kritisieren die deutschen Medien für die umfassende Berichterstattung und sprechen von Kampagnenjournalismus. Doch sind die Medien wirklich kampagnengetrieben?

Wir sprechen darüber mit Wolfgang Donsbach. Der Kommunikationswissenschaftler lehrt an der Technischen Universität Dresden, beobachtet deshalb die deutsche Medienlandschaft ganz genau und ist bei detektor.fm im Gespräch.

Wolfgang Donsbach über die Berichterstattung zu Christian Wulff

Die deutsche Presse war lange Zeit sehr stark politisch orientiert und damit auch oftmals einseitig ausgerichtet (…) Das hat sich geändert, die deutsche Presse hat sich sehr stark professionalisiert.(Wolfgang Donsbach)