Jugendheime: zu wenig Schutz für Kinder?

04.04.2014

Nach jahrelanger Kritik an den Kinder- und Jugendheimen der Haasenburg GmbH hat das Land Brandenburg Ende 2013 die Heime geschlossen. Nun steht überraschenderweise eine erneute Öffnung im Raum. Wie ist die Lage in diesen und anderen Heimen einzuschätzen?

Drei Kinderheime des Trägers Haasenburg sind Ende 2013 geschlossen worden. Foto: Jan Beck | Flickr | Lizenz: CC BY 2.0

Der Fall Haasenburg

In den letzten Jahren sind vermehrt Missbrauchsvorwürfe gegen drei Kinder- und Jugendheime in Brandenburg laut geworden, deren Träger die Haasenburg GmbH war. In teilweise geschlossenen Einrichtungen waren sogenannte „schwer erziehbare Kinder und Jugendliche“ untergebracht. Die Vorwürfe des Missbrauchs wurden im Juni 2013 von einer Expertenkommission geprüft. Aufgrund von mangelhaften Zuständen sind alle drei Heime Ende 2013 geschlossen worden.

ist Pressesprecher des Jugendministeriums Brandenburg.Stephan Breidingist Pressesprecher des Jugendministeriums Brandenburg. 

Die Ergebnisse der Untersuchung

Laut Bericht einer Expertenkommission sollen Jugendliche in den Heimen fixiert und isoliert und damit unangemessen bestraft worden sein. Nun hat das zuständige Oberverwaltungsgericht in Berlin einen Vergleich vorgeschlagen. Die Heime könnten unter „veränderten Bedingungen“ wieder eröffnet werden. Das wirft auch Fragen über die generelle Situation in Kinder- und Jugendheimen in Deutschland auf.

Über den Missbrauchsskandal und andere Schwierigkeiten von Kinder- und Jugendheimen hat Alexander Hertel mit Stephan Breiding vom Jugendministerium in Brandenburg gesprochen.

Wir glauben, dass die bundesrechtlichen Regelungen zur Genehmigung, zur Errichtung von solchen Einrichtungen und die Möglichkeit der Schließung von solchen Einrichtungen, nicht ausreichend geregelt sind. – Stephan Breiding