Karte der Woche | Wer trägt elektronische Fußfesseln?

Auf freiem Fuß gefesselt

08.05.2017

88 Menschen tragen in Deutschland elektronische Fußfesseln. Das ist ein Knöchelband, in dem ein GPS-Sensor eingebaut ist, der den Standort des Trägers jederzeit übermittelt. Die "Karte der Woche" zeigt, wo Menschen in Deutschland eine elektronische Fußfessel tragen.

Immer unter Beobachtung

Ein elastisches Stoffband, ein Gummiverschluss und ein Gerät, das aussieht wie ein altes Handy. Elektronische Fußfesseln scheinen auf den ersten Blick recht unspektakulär. Dennoch könnten sie ein wichtiges Instrument im Kampf gegen Terrorismus sein, zumindest wenn man der CSU glaubt. Denn die will in Bayern Menschen, die womöglich einen Terroranschlag planen (sogenannte „Gefährder“) per Fußfessel überwachen. Diese Menschen sollen dann bestimmte öffentliche Bereiche wie Plätze mit vielen Menschen nicht mehr betreten dürfen.

Ein Problem bei terroristischen Gefährdern ist, dass solche Anschläge überall passieren können und dass die Täter meist davon ausgehen, sowieso bei den Anschlägen ums Leben zu kommen. – Ella Daum, Katapult Magazin

Elektronische Fußfesseln

Wie die „Karte der Woche“ zeigt, tragen in Deutschland zur Zeit 88 Menschen elektronische Fußfesseln. 25 von ihnen haben zuvor ein Gewaltdelikt, 63 ein Sexualdelikt begangen. Denn bisher kann eine Fußfessel nur angeordnet werden, wenn der Träger eine mindestens dreijährige Freiheitsstrafe abgesessen hat oder eine „Maßregel der Besserung und Sicherung“ erledigt worden ist. Außerdem muss er oder sie weiterhin als gefährlich eingeschätzt werden.

Wer in Deutschland elektronische Fußfesseln tragen muss, hat Ella Daum vom Katapult Magazin detektor.fm-Moderator Christian Eichler erklärt.


Die „Karte der Woche“
in Kooperation mit

Schulferien in Europa: Die Grafik vom Katapult Magazin in dieser Woche.

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