Kein Zufall – Fidel Castros Rückkehr an die Öffentlichkeit

13.07.2010

Nach vier Jahren Funkstille tritt Fidel Castro öffentlich auf. Gleichzeitig lässt Kuba politische Gefangene frei. Auftakt zu einem Richtungswechsel?

Was für Touristen ein Traum ist, ist für viele Kubaner eine Belastung: der morbide Charme des Landes. Viele Länder haben gegen Kuba ein Handelsembargo verhängt, so dass kaum Neuwaren ins Land kommen können. / © Sommaruga Fabio pixelio.de

ist stellv. Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik und Honorarprofessor am Lateinamerika-Institut der FU Berlin.Prof. Günther Maiholdist stellv. Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik und Honorarprofessor am Lateinamerika-Institut der FU Berlin. 

Er war jahrelang buchstäblich von der Bildfläche verschwunden – und das, obwohl er zweifelsohne zu den wichtigsten Politikern des 20. Jahrhunderts zählt. Seit 1959 war er an der Macht, seit der Revolution in Kuba: Fidel Castro. Vier Jahre hörten und sahen wir nichts von ihm – doch jetzt hat er sich gleich zweimal gezeigt. Am Wochenende besuchte er öffentlich ein Wissenschaftszentrum, und gestern trat er sogar in einer Fernseh-Show auf. Zeitgleich beginnt Kuba, politische Gefangene freizulassen. Wie das alles zu deuten ist, und welche Rolle Fidel Castro im politischen Tagesgeschäft in Kuba noch spielt, das fragen wir einen Experten: Prof. Günter Maihold, Lateinamerika-Forscher und stellvertretender Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik.