Keine Schutzzone gegen Walfang

Die Waljagd geht weiter

25.10.2016

Derzeit berät die internationale Walfang-Kommission in Slowenien über einen besseren Schutz der Meeressäuger. Die Einrichtung einer Schutzzone für Wale im Südatlantik ist bereits gescheitert. Japan geht weiterhin auf Walfang, und zwar im großen Stil.

Seit 1986 gelten weltweit ein Fangmoratorium und ein Handelsverbot für Wale. Doch Japan fängt Jahr für Jahr weiterhin fleißig Wale. Angeblich erfolgt dies zu wissenschaftlichen Zwecken. Doch der größte Teil des Fangs landet wohl auf dem Teller. Seit 1987 hat Japan mehr als 15.000 Wale getötet, sagt zumindest Kitty Block von Humane Society International.

2014 hat der Internationale Gerichtshof in Den Haag festgestellt, dass das Walfangprogramm Japans nicht wissenschaftlich sei und eingestellt werden soll. Geändert hat sich seitdem allerdings nichts. Auch nicht durch die Internationale Walfang-Kommission (IWC). Die Walfang-Kommission tagt gerade in Slowenien. Japan wehrt sich nach wie vor vehement gegen ein Ende des kommerziellen Walfangs.

Das, was Japan betreibt, ist kein Walfang zu Forschungszwecken. Es gibt Möglichkeiten, Wale wissenschaftlich zu untersuchen, ohne sie zu töten. – Jörg Feddern, Greenpeace

Keine Schutzzone für Wale

Sloweniens Umweltministerin Irena Majcen hat sich für eine 20 Quadratkilometer große Schutzzone im Südatlantik ausgesprochen. Das wäre eine Fläche größer als Russland. Der Vorschlag konnte sich jedoch nicht durchsetzen.

Dabei ist Japan nicht das einzige Land, das Wale jagt. Norwegen und Island fangen ebenfalls auf kommerzieller Basis Wale. Sie erkennen das Moratorium der IWC schlicht nicht an. Anfang des Jahres wurde Norwegen sogar im Bericht „Frozen in Time“ von drei Umweltschutzorganisationen vorgeworfen, noch intensiveren Walfang zu betreiben als Japan.

Walfang kommerziell weniger attraktiv

Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace und Sea Shepard kritisieren den Walfang. Gerade letztere gehen mitunter rabiat dagegen vor. Greenpeace befürchtet, dass durch den weiteren Fang die Meeressäuger aussterben könnten, auch wenn sich durch das Moratorium einige Walbestände wieder vergrößert haben.

Viele Länder haben den Walfang spätestens seit den 1980er Jahren eingestellt. Das Geschäft mit dem Walfleisch ist einfach nicht mehr lukrativ genug. Selbst in Japan nimmt der Verzehr von Walfleisch kontinuierlich ab.

Jörg Feddern ist Meeresbiologe und Task-Force- und Campaign-Manager bei Greenpeace. Er hat mit detektor.fm-Moderator Alexander Hertel über die Hintergründe des Walfangs, die Tagung der IWC und den kommerziellen Erfolg von Walfleisch gesprochen.

Porträt jörg feddernLiebe Leute, nehmt an Whale-watching-Touren teil, aber lasst die Hände weg von Walfleisch!Jörg Feddernder Meeresbiologe plädiert für einen aufgeklärten Umgang mit dem kommerziellen Walfang. Foto: privat