Kenia hat gewählt – Umstrittener Kenyatta ist neuer Staatschef

11.03.2013

Der neue kenianische Staatspräsident heißt Uhuru Kenyatta. Der Herausforderer Raila Odinga hat angekündigt, juristisch gegen das Ergebnis vorgehen zu wollen. Internationale Beobachter sprechen hingegen von fairen Wahlen.

Da die Datenübertragung nicht funktioniert hat, mussten alle Wahlzettel in die Hauptstadt Nairobi gebracht werden. Foto: © Wikipedia/ K.Gituma Link zum Bild bei Wikimedia

Friedlicher Wahlverlauf in Kenia

An die Wahlen in Kenia waren große Hoffnungen geknüpft. Einerseits sollte der Welt gezeigt werden, dass eine friedliche und demokratische Wahl in dem afrikanischen Staat möglich ist. Andererseits wollte man aber auch zeigen, dass dies auf höchstem technischen Niveau umgesetzt werden könne. Eine Woche hat es nun gedauert, bis alle Stimmen in Kenia ausgezählt waren. Die erste Hoffnung hat sich erfüllt. Die Wahlen verliefen weitgehend friedlich. Vor allem verglichen mit den schweren Unruhen, die auf die letzte Wahl im Jahr 2007 folgten.

beobachtet in Nairobi die Reaktionen auf die Wahl von Uhuru Kenyatta.Fanny Kniestedtbeobachtet in Nairobi die Reaktionen auf die Wahl von Uhuru Kenyatta. 

Doch an der technischen Herausforderung ist man gescheitert. Die elektronische Übertragung der Ergebnisse aus den einzelnen Wahllokalen an die Wahlkommission in Nairobi brach zusammen. Daraufhin sind sämtliche Urnen – oft per Hubschrauber – in die Hauptstadt gebracht worden, wo sie von Hand ausgezählt wurden. Der unterlegene Herausforderer des neuen Präsidenten – Raila Odinga – hat daher angekündigt, juristische Schritte gegen das Endergebnis der Wahl einleiten zu wollen. Internationale Wahlbeobachter, wie der Chef der EU-Wahlbeobachter, Alojz Peterle, bescheinigen der Wahl in Kenia hingegen, dass sie fair und mit nur kleineren Problemen abgelaufen sei.

Neuer Staatschef ist umstritten

Der neue Präsident Uhuru Kenyatta ist der Sohn des ersten kenianischen Präsideten Jomo Kenyatta. Die einflussreiche Familie ist im Besitz eines ganzen Firmenimperiums, zu dem die größte Molkerei des Landes, Hotels, Medienunternehmen, Banken und große Ländereien gehören. Eine solche Konzentration von politischer und wirtschaftlicher Macht ist in Kenia nicht unüblich.

Obwohl nach Einschätzung vieler Wahlbeobachter transparent und demokratisch gewählt, wird seine Wahl in vielen westlichen Ländern skeptisch gesehen. Großbritannien, die USA und die EU haben schon im Vorfeld angekündigt, dass es Konsequenzen haben würde, wenn Uhuru Kenyatta neuer Präsident wird. Vor allem auf finanzieller Ebene. Grund dafür ist die Anklage Kenyattas vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen Menschenrechtsverletzungen. Er soll einer der führenden Organisatoren der Post-Election Violence von 2007 sein. Was die Kenianer selbst darüber denken, weiß Fanny Kniestedt. Sie ist in Kenia und beobachtet seit einer Woche die Wahlen vor Ort.