Konferenz gegen sexuelle Gewalt in Kriegen

Vergewaltigung als Waffe

10.06.2014

Verschleppt, vergewaltigt, allein gelassen - Tausende Frauen und Mädchen fallen in Bürgerkriegsregionen einer brutalen Kriegsstrategie zum Opfer: Sexualisierte Gewalt als systematische Waffe.

Eine Liberianerin mit ihrem Kind bei der Eröffnung des Frauenzentrums von medica mondiale im Jahr 2007 in Fish Town, Liberia. Foto: © Sybille Fezer/medica mondiale

Vergewaltigung – Trauriger Alltag in Krisengebieten

Die psychischen und physischen Folgen sexueller Übergriffe  sind gravierend. Die Opfer leiden meist ihr Leben lang unter der Traumatisierung – während die Täter so gut wie immer unbestraft bleiben. Vor allem in Zentralafrika fallen jährlich Tausende Frauen und Kinder dieser Praktik zum Opfer. Aber auch in Europa waren Massenvergewaltigungen im Jugoslawien-Krieg an der Tagesordnung. Auch in Syrien gibt es mehr und mehr Hinweise, die auf Massenvergewaltigungen hindeuten.

Historische Konferenz in London

In London findet derzeit eine internationale Konferenz zu diesem Thema statt. Sie trägt den Titel Global Summit to end sexual violence in conflict“ und wird vom britischen Außenminister William Hague und der Schauspielerin Angelina Jolie geleitet. 48 Außenminister und 600 Regierungsvertreter aus 113 Nationen haben sich angekündigt. Auf der Konferenz soll beraten werden, wie sexuelle Gewalt verhindert werden und den Opfern geholfen werden kann. Am Rande des Gipfels will sich Hague auch mit seinen nigerianischen Kollegen über das Vorgehen gegen die islamistische Terrorgruppe Boko Haram austauschen.

Monika Hauser ist Gründerin der feministischen Frauenrechtsorganisation medica mondiale. Sie nimmt an der Konferenz in London teil und hat mit uns über sexuelle Gewalt im Bürgerkrieg gesprochen.

© Ulla Burghardt/medica mondiale"Ich finde es sehr wichtig, dass sich Politiker im Rahmen der Konferenz einmal die Erfahrungen von jenen Frauen anhören, die seit Jahren vor Ort gegen sexualisierte Gewalt kämpfen."Monika HauserGründerin der Hilfs-und Frauenrechtsorganisation medica mondiale 
"Ich finde es sehr wichtig, dass sich die Politiker im Rahmen der Konferenz einmal die Erfahrungen von Frauen anhören, die seit vielen Jahren in Menschenrechtsorganisationen vor Ort aktiv sind.