Konflikt in Nordirland – Kehrt die Gewalt zurück?

07.01.2013

Der Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten hat sich in den vergangenen Jahren merklich beruhigt. Doch die neuerlichen Auseinandersetzungen gefährden den seit 15 Jahre währenden Frieden.

Grund für die erneuten Proteste in Nordirland ist der Union Jack, die britische Flagge. Sie soll künftig nur noch an Feiertagen auf dem Rathaus von Belfast gehisst werden. Foto: © Oliver Fantitsch/dapd

Der Konflikt in Nordirland hat über drei Jahrzente hinweg etwa 3500 Menschen das Leben gekostet. Im Kern stehen sich dabei Katholiken, die sich für einen Anschluss an Irland einsetzen, und pro-britische Protestanten gegenüber.

Journalist und Nordirland-Korrespondent der NZZ. Foto: © Annette BoutellierMartin AliothJournalist und Nordirland-Korrespondent der NZZ. Foto: © Annette Boutellier 

Hoffnungsschimmer auf Frieden

Ein Lichtblick in dem blutigen Konflikt bildet das sogenannte „Karfreitagsabkommen“ vom 10. April 1998. Darin einigen sich die verfeindeten Parteien auf einen Kompromiss, der die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt. Seitdem herrscht größtenteils Frieden in Nordirland.

Die Gewalt kehrt nach Nordirland zurück

Doch seit am 3. Dezember 2012 beschlossen wurde, dass auf dem Rathaus in Belfast nicht mehr an 365 Tage im Jahre die Union Jack gehisst werden soll, regt sich zum Teil gewaltsamer Widerstand unter den Protestanten. Sie sehen diese Entscheidung als Zugeständnis an die republikanisch-katholische Bevölkerung.

Über die Situation in Nordirland haben wir mit dem Journalisten und Irland-Kenner Martin Alioth gesprochen, der u.a. für die NZZ aus Irland berichtet.

Wir haben in Nordirland zwei Parallelgesellschaften, die abgeschottet voneinander, getrennte Leben führen. (Martin Alioth)