Konflikt Israel Hamas | Bodenoffensive im Gazastreifen

Neue Stufe auf der Gewaltspirale

18.07.2014

Fünf Stunden Waffenruhe - dann, gestern Nacht, startet die Bodenoffensive Israels gegen die Hamas. Israelische Truppen marschieren in den Gazastreifen, es gibt Tote auf beiden Seiten. Ein endloser Konflikt, der längst zum Krieg geworden ist?

Israel und Hamas: Tage zwischen Waffenruhe und Bodenoffensive

Zehn Tage ist es her, dass Israel seine Offensive im Gazastreifen begonnen hat. Das war 2012 – bei der letzten Bodenoffensive – nicht anders. Wieder einmal ist keine friedliche Lösung in Sicht. Dabei hieß es bis gestern Abend noch, eine Waffenruhe gelte zwischen den verfeindeten Lagern.

Das sollte sich am Abend – nach nur fünf Stunden Waffenstillstand – ändern, als Israel die Bodenoffensive gegen den Gazastreifen begann. Premier Netanjahu verkündete heute darüber hinaus, den Einsatz noch auszuweiten.

Der Grund: die Tunnel

Als Ursache für den Bruch des Waffenstillstands nannte Israel den Versuch der Hamas, durch grenzüberschreitende Tunnel nach Israel zu gelangen. Damit könnten auch Flüchtlinge aus Israel in das benachbarte Gebiet gelangen, das seit 2007 von der Hamas kontrolliert wird.

Insgesamt stehen Israel 70.000 Soldaten zur Verfügung, Tote beklagen beide Seiten. Unterschiedliche Quellen nennen hier unterschiedliche Zahlen; am häufigsten ist die Rede von rund 260 Opfern. Dennoch sprechen sowohl Barack Obama als auch Angela Merkel von Konflikt, und nicht von einem Krieg.

Erneute Waffenruhe statt Krieg?

Vielmehr werden mittlerweile Diskussionen über eine erneute Waffenruhe laut. Ändern wird diese jedoch nichts, wie derPublizist und Nahost-Experte Asiem El Difraoui betont:

Irgendwann werden sich beide vermutlich auf einen Waffenstillstand einigen, ohne, dass irgendwelche grundsätzlichen Probleme gelöst worden sind.

So seien die beiden verfeindeten Lager in den vergangenen Tagen noch weiter auseinandergedriftet. Die Gewaltspirale habe sich weiter zugespitzt und eine neue Stufe der Gewalt erreicht, so Asiem El Difraoui.

Wir haben mit Asiem El Difraoui über die Aussicht auf eine längerfristige Lösung gesprochen und darüber, warum im Falle der Nahost-Konflikte das Wort „Krieg“ kaum in den Mund genommen wird.

Foto: Körber-Stiftung |
David AusserhoferPolitiker versuchen, das Wort "Krieg" zu vermeiden, um sich nicht das eigene Scheitern in Sachen Verhandlungspolitik einzugestehen.Asiem El DifraouiPublizist und Nahost-Experte