Wasser-Mangel | Größte Molkerei der Welt in Saudi Arabien

Führt die Welt bald Kriege ums Wasser?

23.03.2015

Während in einigen Regionen Menschen vor Dürren fliehen, wird anderswo Wasser verschwendet. Dabei wird das Trinkwasser in der Welt immer knapper. Welche Gebiete könnten in Zukunft vom Wassermangel betroffen sein?

Für einen Liter Milch 100 Liter Wasser

Mitten in der Wüste steht in Saudi Arabien eine Molkerei. Mit rund 50.000 Kühen ist sie nicht nur eine der modernsten, sondern auch die größte der Welt. Sogar eine Klimanlage für die Milchkühe gibt es dort. Mehrmals am Tag berieselt sie ein feiner Wassernebel, damit sie in der Hitze nicht kollabieren.

So gewinnt die Molkerei zwar täglich eineinhalb Millionen Liter Milch, verbraucht aber pro Liter auch knapp 100 Liter Wasser. Allein eine Kuh produziert durchschnittlich 41 Liter Milch am Tag, was rund 4100 Liter Wasser entspricht. Das ist so viel, wie durchschnittlich eine Person im ganzen Monat benötigt.

Kostspielige und verschwenderische Produktion

Die Milch aus Saudi Arabien ist eine von vielen kostspieligen und Wasser verschwendenden Anlagen, die sich das Land leistet. Und das, obwohl es eigentlich nur über sehr wenige natürliche Ressourcen an Trinkwasser verfügt. Leisten kann sich Saudi Arabien die Molkerei mit Klimaanlage, weil sie mit den Gewinnen aus Ölgeschäften auch Entsalzungsanlagen finanzieren. Diese machen Meerwasser trinkbar.

Nicht alle wasserarmen Länder können ihren Trinkwasserbedarf mithilfe von Entsalzungsanlagen decken. Denn die Technik ist nicht nur teuer, sondern benötigt auch jede Menge Energie. Süßwasser macht demgegenüber nur knapp 3 Prozent des weltweiten Wasservorkommen aus. Aber selbst diese 3 Prozent sind gefährdet: Trinkwasser wird auch durch Versalzung knapper – der Grundwasserspiegel sinkt. Die Folge: Selbst wasserreiche Regionen wie Europa können in Zukunft von Wassermangel betroffen sein.

Kriege um Wasser?

Organisationen wie die Vereinten Nationen warnen immer wieder davor, dass in Zukunft Kriege um Wasserressourcen wahrscheinlicher werden. Schon jetzt bahnen sich zahlreiche Konflikte an, vor allem in den Ländern Afrikas. Hier gibt es bereits Nutzungsverträge, die die Verteilung vom Wasser der Flüsse regeln sollen. Fair sind diese nicht immer, wie es der Streit zwischen Ägypten und anderen Anrainerstaaten des Nils zeigt.

Über die Zukunft unserer Trinkwasser-Reserven hat detektor.fm-Moderatorin Doris Hellpoldt mit Dr. Ursula Schäfer-Preuss gesprochen. Sie ist Mitglied der Deutschen Vertretung für die Vereinten Nationen und Vorsitzende der Global Water Partnership.

Ursula Schaefer-Preuss _ prMan muss klären: Wie kann man aus der (...) starken Wüstenbildung eine Chance gewinnen und traditionelle Formen der Wasser-Reservierung, wie es in Afganistan der Fall ist, (...) wieder installieren?Ursula Schäfer-Preusssieht in verbindlichen Absprachen die einzige Chance für globale Wasserversorgung.  

Redaktion: Marie-Kristin Landes