Kosovo: Die ungelöste Statusfrage

29.07.2011

Die Verhandlungen zwischen Serbien und Kosovo sind erneut unterbrochen. Grund ist ein Grenzstreit, der die Fronten wieder verhärtet. Eine schnelle Beruhigung der Situation ist unwahrscheinlich.

Ohne Unterstützung der kosovarischen Regierung kann die EU-Rechtsstaatmission EULEX nur begrenzt für Sicherheit im Kosovo sorgen.      © Steffi Loos/dapd

ist freier Journalist und Südosteuropa-Korrespondent. (Foto: Max Wegscheidler)Norbert Mappes-Niediekist freier Journalist und Südosteuropa-Korrespondent. (Foto: Max Wegscheidler) 

Drei Jahre sind vergangen, seitdem sich das Kosovo als jüngster europäischer Staat für unabhängig erklärt hat. Und seit drei Jahren kommt es zwischen Kosovo-Albanern und Serben immer wieder zu Konflikten. Im jetzigen Fall geht es um das nördliche Grenzgebiet. Es befindet sich unter Kontrolle der serbischen Minderheit; die kosovarische Spezialpolizei versucht vergeblich Einfluss zu gewinnen.

Anfang dieser Woche ist bei einer Auseinandersetzung nun ein Mann getötet worden. Und das nur, weil sich Serbien und Kosovo gegenseitig Import-Verbote erteilen und die ethnisch gemischten Grenzbeamten die Verbote nicht korrekt befolgt haben. Handelt es sich um einen einmaligen Zwischenfall oder wird die Situation bald wieder eskalieren?

Darüber haben wir mit Norbert Mappes-Niediek gesprochen. Er ist seit Jahren freier Auslandskorrespondent für Südosteuropa und schreibt für zahlreiche deutsche Zeitungen.