Zentralisierung, Pflegenotstand, Telemedizin

Minister vor Herausforderungen

27.04.2018

Die Krankenkassen fordern eine Umstrukturierung der Krankenhäuser, Kliniken, die sich keine Sorgen um die Pflege machen müssen, und medizinische Diagnosen über Video und Telefon. In der Themenstunde zu Gesundheitspolitik widmen wir uns Schwierigkeiten und Chancen unseres Gesundheitssystems.

Zentralisierung der Krankenhäuser

Eine Studie des wissenschaftlichen Instituts der AOK fordert neue Strukturen in Krankenhäusern. Es gibt fast 2.000 Krankenhäuser in Deutschland. Die AOK sagt: Das seien zu viele. Viele Krankenhäuser könnten ein Mindestmaß an Qualität nicht einhalten. Deshalb will die AOK kleinere Krankenhäuser zu größeren zusammenlegen. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft sieht darin jedoch nur einen Abbau von Standorten und eine Bedrohung von Arbeitsplätzen.

Georg Baum DKGZentralisierung heißt ja immer zusammenfassen. Kleinere Einheiten zu größeren Einheiten. Wer das Wort redet, der redet natürlich auch vom Abbau von Arbeitsplätzen in solchen Regionen.Georg Baum ist Hauptgeschäftsführer der DKG. 
Klauber Juergen AOK-MediendienstWir haben zu viele kleine Krankenhäuser, die Leistungen in kleinen Fallzahlen erbringen. Dies sehr selten tun und somit weniger Erfahrung haben. In größeren Einheiten kann durch die Erfahrung besser mit Komplikationen umgegangen werde.Jürgen Klauber ist Chef des wissenschaftlichen Instituts der AOK. 

„Pflege muss tatsächlich pflegen“

Das ist das Motto einer kleinen Klinik in Öschelbronn. Hier trotzt man dem Pflegenotstand und zeigt der Bundesrepublik, dass es auch anders geht. Die Klinik ist auf Schmerz- und Tumorpatienten ausgelegt. Gerade hier ist Pflege ein wichtiges Thema. Unter anderem durch Service-Personal und zusätzliche Reinigungskräfte schafft es die Klinik, die Pflegekräfte zu entlasten. So zeigt das Krankenhaus in der Nähe von Stuttgart, mit einem klugen System können die Probleme des Pflegenotstands gelöst werden.

Also wir in Öschelbronn haben uns als Grundsatz gesetzt, dass eben Pflege pflegt. Das ist das Wesentliche bei uns. Und dafür haben wir überlegt: Wie können wir den Mitarbeitern das ermöglichen. Und haben darauf geachtet, dass die Pflege nur ihre originären Tätigkeiten ausübt. – Sybille Czika, Pflegedienstleitung der Klinik Öschelbronn

Sybille CzikaEine Pflegekraft muss ungestört pflegen können, unabhängig davon, ob das Essen jetzt ausgetragen werden muss oder irgendwelchen Reinigungsarbeiten. Wir entlasten unsere Mitarbeiter, indem wir das an andere Berufsfelder abgeben.Sybille Czikaist Pflegedienstleitung der Klinik Öschelbronn. 

Medizin der Zukunft

Wie sieht die Zukunft der Medizin aus? Die Digitalisierung könnte einiges bewirken. Unter anderem die Telemedizin. Damit könnte ein Arztbesuch über das Smartphone oder via Laptop stattfinden. Allerdings versperrt noch das Fernbehandlungsverbot die Möglichkeit, Telemedizin im ganzen Land einzusetzen. Zurzeit läuft ein Pilotprojekt in Baden-Württemberg. Am 8. Mai entscheidet dann der Bundesärztetag über die Weichen für eine telemedizinische Behandlung in ganz Deutschland.

Also Telemedizin wird in Zukunft ein Segment der Medizin abdecken können. Das Segment, was in Zukunft dann über die Telemedizin bearbeitet werden kann, definierten wir jetzt im Rahmen eines Modellversuches in Deutschland. – Dr. Meinshausen, Arzt eines Pilotprojekts der TeleClinic München

Dr. MeinshausenDer Schwerpunkt der Telemedizin liegt in der Beratung [...]. Ich kann Patienten, die ein akutes Problem haben, beruhigen und somit bremsend einwirken. Damit sie nicht zusätzlich Notfallpraxen oder Krankenhäuser belasten. Andererseits kann ich durch die Telemedizin auch beschleunigen. Dr. Med. Meinshausenist als Arzt Teil eines Pilotprojekts für die TeleClinic Gmbh München. 

Redaktion: Moritz Steinacker