Krautreporter-Wochenrückblick: al-Bakr-Suizid, Finanztransaktionssteuer, Trump

Was haben wir gelernt?

14.10.2016

Der Selbstmord des Terrorismusverdächtigen al-Bakr hinterlässt viele offene Fragen, die EU berät über eine Finanztransaktionssteuer und die Skandale um Donald Trump scheinen letztendlich ein "HUGE" Nachteil zu werden. Der Wochenrückblick mit Krautreporter Christian Fahrenbach.

Selbstmord von al-Bakr in der JVA Leipzig

Der Terrorverdächtige Jaber al-Bakr hat sich in dieser Woche in seiner Gefängniszelle das Leben genommen. Der in der Justizvollzugsanstalt Leipzig inhaftierte Syrer hat sich mit seinem eigenen Hemd stranguliert. Al-Bakr saß in Haft, nachdem er am Montag festgenommen worden war. Nach Hinweisen des Verfassungsschutzes waren bei ihm 1,5 Kilogramm des hochexplosiven Sprengstoffs TATP gefunden worden.

Kurz nach dem Bekanntwerden des Suizids hatte al-Bakrs Anwalt im Deutschlandfunk gesagt, dass er fassungslos sei und er dachte, dass al-Bakr der bestbewachteste Gefangene Deutschlands sei. Die Justiz in Sachsen sieht bei sich keine Fehler.

JVA-Chef Rolf Jakob sagte bei einer Pressekonferenz, im Grunde sei „alles so gelaufen, wie es die Vorschriften erfordern.“ Zahlreiche Medien werfen nun die Frage auf, welche Fehler die Justiz in Sachsen gemacht habe.

Das ist auch ein Fall, der in den US-Medien betrachtet wird. Das Thema Zustände in Gefängnissen ist auch in den USA ein großes Thema. – Christian Fahrenbach, Krautreporter

Kommt die Finanztransaktionssteuer jetzt?

Die EU-Finanzminister haben angekündigt, dass möglicherweise noch in diesem Jahr eine Finanztransaktionssteuer in Deutschland und neun weiteren EU-Ländern beschlossen werden könnte.

Bei einer Finanztransaktionssteuer würde auf jeden Aktien- und Derivatehandel eine kleine Steuer aufgeschlagen. Das Ziel: besonders der Hochfrequenzhandel soll sich nicht mehr lohnen. Bei einem Treffen der EU-Finanzminister in Luxemburg sagte Schäuble: Wenn es ganz schnell gehe, dann sei der der 1. Januar 2018 ein „denkbares Datum“.

Die Steuer auf den Handel mit Finanzprodukten ist seit der Weltfinanzkrise im Jahr 2008 ein immer wieder diskutiertes Thema. Seitdem hat es jedoch auch jedes Mal Probleme gegeben, eine europaweite Lösung zu finden.

Es sieht so aus, dass Deutschland und neun andere Länder in der EU die Finanztransaktionssteuer einführen. – Christian Fahrenbach

Trump kämpft weiter mit Belästigungsvorwürfen

Der Wahlkampf zwischen der Demokratin Hillary Clinton und dem Republikaner Donald Trump wird immer schmutziger. Rund um die zweite Präsidentschaftsdebatte hat ein Video von 2005 für Schlagzeilen gesorgt. Darin hatte Trump damit geprotzt, dass er sich gegenüber Frauen nahezu alles erlauben und sie sogar an ihren Geschlechtsteilen berühren könne.

Nach der Veröffentlichung dieses Video meldeten sich mehrere Frauen, die behaupteten, Trump habe sie gegen ihren Willen angefasst. Unter anderem hat die New York Times Aussagen zweier Frauen veröffentlicht, die berichten, Trump hätte sie belästigt. Eine der Frauen sagte aus, dass der Präsidentschaftskandidat sie während eins Fluges unter den Rock gegriffen habe. In dem anderen Fall habe er eine Frau im Aufzug belästigt. Trump dementiert diese Aussagen.

Es fällt schwer, sich vorzustellen, mithilfe welcher Charaktereigenschaft jetzt das Wahlvolk noch davon überzeugt werden soll, dass Trump ein guter Mensch ist. – Christian Fahrenbach

Über die Themen der Woche den Suizid von Jaber al-Bakr, die mögliche Finanztransaktions-Steuer und Donald Trump im Wahlkampftief hat detektor.fm-Moderatorin Doris Hellpoldt mit Krautreporter Christian Fahrenbach gesprochen.

NEW YORK, NY - JAN. 24, 2014: Ben Smith of Buzzfeed speaks to Tow-Knight EJ Fellows at a site visit. 01/24/2014 BY HEATHER MARTINOMan kann live beobachten, wie Trump den Wahlkampf gegen die Wand fährt. Christian Fahrenbachrechnet damit, dass noch schlimmere Skandale rund um Donald Trump an die Öffentlichkeit gelangen.  
Krautreporter-Wochenrückblick | Der Fall al-Bakr, die Finanztransaktions-Steuer, das Ende von Donald Trump?