Krautreporter-Wochenrückblick | Brexit-Nachbeben, Geburtenrate, Ozonloch

Was haben wir gelernt?

01.07.2016

Der Brexit ist für Großbritannien außenpolitisch ein schwerer Schlag, nun entwickelt er sich zur innenpolitischen Krise für die britische Politik. Deutschland hat einen Babyboom erlebt und das Ozonloch ist geschrumpft. Was haben wir diese Woche gelernt?

Brexit wird zur innenpolitischen Krise

David Cameron hat bei seiner Wiederwahl im Mai 2015 versprochen, dass die Briten über einen Brexit abstimmen dürfen. Einer der lautesten Befürworter des Brexits ist Camerons Parteikollege Boris Johnson gewesen. Der Tory-Politiker und ehemalige Londoner Bürgermeister war in den letzten Monaten der Stimmführer der Kampagne.

Als das Vereinigte Königreich dann für den Brexit abgestimmt hat, schien es nur logisch: Premierminister David Cameron muss zurücktreten, dafür beerbt ihn der Brexit-Befürworter Johnson. Doch der ist zurückgewichen und will sich nun doch nicht für das Premierministeramt bewerben.

Natürlich will auch keiner die ganzen umständlichen Verhandlungen führen, das muss ja alles auseinanderdividiert werden: die internationale Zusammenarbeit, der Zugang zum Wirtschaftsraum, die Freizügigkeit. – Christian Fahrenbach, Krautreporter

Kinderboom

In Deutschland sind 2015 so viele Kinder geboren worden, wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr: Im letzten Jahr kamen 783.000 Kinder auf die Welt. Das sind 23.000 mehr als im Vorjahr. Ein kleiner Babyboom.

Die Politiker würden wahrscheinlich sagen, dass es an den Finanzhilfen oder ihrer tollen Arbeit liegt. – Christian Fahrenbach, Krautreporter

Dennoch sollte vorsichtig gejubelt werden, denn was das Neugeborenen-Hoch wirklich bedeutet, kann erst am Ende des Jahres ermittelt werden. Das statistische Bundesamt vermutet, dass vor allem die Jahrgänge zwischen 1981 und 1991 für den Zuwachs verantwortlich sind.

Zudem sei mit 925.000 Mernschen auch die Sterberate um 6,5 Prozent im Jahr 2015 gestiegen. Das bedeutet auch, dass die Bevölkerung in Deutschland nicht etwa wächst, sondern weiterhin schrumpft. Trotz Mini-Geburtenboom.

Ozonloch

Hoffnung im Kampf gegen das Ozonloch hat es immer wieder gegeben, doch jetzt sind sich Wissenschaftler sicher: Die Ozonschicht beginnt zu heilen. Bereits vor sechs Jahren wurden die ersten Meldungen über den Erfolg des FCKW-Verbotes aus den 80er-Jahren laut.

Im Wissensmagazin Science verkünden Foscher nun, dass das Ozonloch seit dem Jahr 2000 um vier Millionen Quadratkilometer geschrumpft ist. Das entspricht in etwa der Größe Indiens. Auffällig ist dennoch, dass es noch im Oktober 2015 seine zweitgrößte Ausdehnung erreicht hat. Die Wissenschaftler sehen den Ausbruch des chilenischen Vulkans Calbuco als Ursache dafür.

Dennoch sind die aktuellen Forschungsergebnisse als echter Erfolg anzusehen: Denn wenn es so weitergeht, könnte das Loch bis 2050 vollständig geschlossen sein.

Über die Themen der Woche – Brexit-Nachbeben, Geburtenboom in Deutschland und das schrumpfende Ozonloch – hat detektor.fm-Moderatorin Doris Hellpoldt mit Krautreporter Christian Fahrenbach gesprochen.

Burkina FasoZumindest lernen wir, dass keiner einen Plan hat, was nun passieren soll. Es scheint so, dass die Europa-Gegner zwar monatelang erzählt haben, dass Europa ganz furchtbar ist und Großbritannien wahnsinnig darunter leidet, aber jetzt kann es den Leuten nicht langsam genug gehen.Christian FahrenbachJournalist und Krautreporter. Jeden Freitag blickt er mit uns zurück auf die Debatten der Woche. 
Krautreporter-Wochenrückblick | Brexit-Nachbeben, wachsende Geburtenrate und schrumpfendes Ozonloch

Redaktion: Carina Fron, Sandro Schroeder


Die Serie „Was haben wir gelernt“ mit Christian Fahrenbach von den Krautreportern gibt es auch als Podcast